scherbenreich

Festival

ASP, das WGT und die Faschisten.

von jl am Jun.18, 2009, unter Festival, Medien, Politik

Ich bin kein Freund von ASP. Das liegt nicht nicht an den Leuten, von denen man viel nettes hört, sondern an dieser furchtbaren Musik. Nicht, dass ich das handwerklich kritisieren könnte, die machen das sicher alles richtig, aber es ist einfach nicht meins. Diese Finsterkapelle ASP hat am 11. Juni etwas getan, das ich als so richtig, so notwendig und so unterstützenswert halte, dass ich mir jetzt fast eine Platte von denen kaufen würde, nur um sie an bedürftige Junggothen zu verschenken. ASP hat mit einem offenem Brief eine Position bezogen. Eine solide, vernünftige, aufrechte Position die mir so sehr entspricht, dass ich mich gerne dahinter stelle. In einem offenen Brief an die Treffen & Festspielgesellschaft für Mitteldeutschland mbH schreibt ASP:

“[...]Natürlich wird in Fachkreisen diskutiert, ob und welche Ursprünge speziell auch das von Ihnen abgebildete Symbol in der älteren Geschichte hat, aber die Herkunft der auf der “Obsorgekarte” dargestellten Version ist leider eindeutig:
Es handelt es sich zweifelsfrei um eine spezielle, charakteristische Darstellung mit 12 Sieg-Runen, die – allen recherchierbaren seriösen wissenschaftlichen Erkenntnissen nach – zum ersten mal in der von Heinrich Himmler dahingehend umgebauten Wewelsburg (“SS-Schule Haus Wewelsburg”) auftauchte. In der Gegenwart wird das Symbol in dieser speziellen Art von neofaschistischen Gruppierungen als Erkennungszeichen verwendet.”

Wer, wie ich, nicht dort war und sich nicht mit dieser “Obsorgekarte” in öffentlichen Verkehrsmitteln ausweisen musste [Edit nach Hinweis von Kleine Welle, siehe unten] wird diese Abbildung links lieben: Eine schwarze Sonne!  Obsorge Karte 2009Natürlich hat ASP recht wenn sie sagen, dass sie damit nicht in Verbindung gebracht werden wollen: Ich will es auch nicht! Auch ich will nicht als Besucher, als Künstler, als Journalist mit grenzdebiler fascho-koketiererei in Verbindung gebracht werden. Am 16. Juni bezogen Verantwortliche, nicht aber die Gesellschaft zum offenen Brief des ASP Stellung und die Begründung des Einsatzes der schwarzen Sonne ist haarsträubender als erwartet:

“Hallo, wir haben bei den WGT Layouts immer einen historischen Bezug eingearbeitet – in diesem Jahr die Hermannsschlacht auch Schlacht im Teutoburger Wald genannt, die sich zum 2.000sten Male jährt.”

Die Hermannsschlacht? Wie konnte ich das nur vergessen!? Die Germanen die unter dem Banner von Himmlers zwölf Siegrunen die Varus Legionen bezwungen! Dieser Zusammenhang wäre mir alleine niemals aufgefallen! Kameraden der Treffen & Festspielgesellschaft für Mitteldeutschland mbH: Respekt! Mit deratiger Kreativität habe ich nicht gerechnet. Großer Gott, fragt 1000 Deutsche nach dem Zusammenhang zwischen der Varusschlacht und der schwarzen Sonne und ihr werdet feststellen, dass die ähnlich ratlos schauen werden wie ich. Gesetzt dem Fall dieses Konstrukt wäre irgendwie stichhaltig, niemand versteht das. Auf der Obsorgekarte ist eine schwarze Sonne und die hat in keinem relevanten Zusammenhang irgendwas mit der Varussschlacht zu tun! Schlimmer noch: Man nimmt es offenbar billigend in kauf, ein neofaschistisches Symbol auf Eintrittskarten zu drucken, während es eine Vielzahl anderer Symbole gibt die man im Varuszusammenhang zeigen könnte. Warum sollte es notwendig sein, ein im höchsten Maße negativ behaftetes Symbol zu verwenden, wenn es doch so viele andere Methoden des esoterischen Yada-Yadas gibt? Ich erkenne keine Notwendigkeit überhaupt irgendwelchen Panastralen germanischen Unfug zu nutzen: Wir sprechen vom Wave Gothik Treffen. Nicht von einer Zusammenkunft der Heimatforschenden Esoterik Gemeinde. Die darf sich gerne auch dort versammeln , ich bin da offen und schmerzfrei, aber ich sehe da auch und zu weiten Teilen die großartigen Fraktionen Cybergothic, Industrial, Dark Electro, Techno, Electronic Body Music, Post-Punk und so weiter und so fort. Das WGT ist keine Esoterikmesse, sondern weltweiter Sammelpunkt kultureller Abweichler. Es ist seit vielen Jahren viel mehr als Darkwave und schwarze Messen, sondern eine Marktplatz kluger, vielfältiger Menschen, die den kulturellen Mainstream nicht akzetpieren wollen und können.

Wenn Symbole wie die schwarze Sonne an einer prominenten Stelle auftauchen, dann hat das einen Grund, denn es ist unglaubwürdig, das man im Marketinggeschäft die Risiken der wahrscheinlichen Diskussion in den Wind schlägt. Die Veranstalter wissen von den möglichen Implikationen und nehmen sie billigend in kauf. Wer das tut will nicht nur provozieren, wer das tut möchte mit faschistoiden Symbolen die Subkultur penetrieren, Himmlers Symbolik Salonfähig machen oder einfach selber Stellung beziehen. Sven Borges und Mike Schorler distanzieren sich in ihrer Stellungnahme zum ASP Brief nicht einmal von derartigen Möglichkeiten der Interpretation, so heisst in ihrem Brief lediglich:

“Das offizielle Erscheinungsbild des Treffens ist prinzipiell frei von eindimensionaler Verwendung von Erkennungszeichen, welcher Herkunft auch immer.”

Eindimensional? Daraus lese ich, dass man damit also nicht nur das “Innere Licht” der Germanen meint. Eine andere Bedeutung, z.B. jene aus der Wewelsburg, Nähe KZ Sachsenhausen, umgabaut durch Zwangsarbeiter des KZ Sachsenhausen, später ausgestattet mit einem eigenen Gefangenenlager, KZ Niederhagen/Wewelsburg,  scheint folglich den Veranstaltern auch akzeptabel zu sein. Wenigstens wird das Gegenteil nicht behauptet. Die Aussage

“[...]keiner von uns Kulturschaffenden hat in irgendeiner Weise das Ansinnen, mit der Veranstaltung WGT politische Ziele zu verfolgen.”

kann man in diesem Zusammenhang nur mit Mühe als glaubwürdig betrachten. Auch die Tatsache, dass das Symbol nur auf den “Obsorge-”, nicht aber auf den Eintrittskarten sichtbar ist, beruhigt nicht. Wenn auch nur ein Drittel der Besucher diese Karte hatte ist das zu viel. Es ist kein Prädikat, wenn eine Veranstaltung nur ein wenig faschistoid anmutet. Wir können diese Diskussion gar nicht gebrauchen. Die Antwort der geschätzten Kollegen von ASP ist vollständig, vernünftig und richtig und ich will sie hier so stehen lassen:

“Lieber Sven, lieber Mike,

vielen Dank für Eure Antwort auf unseren offenen Brief. Mit Bedauern haben wir feststellen müssen, dass nicht die Treffen & Festspielgesellschaft für Mitteldeutschland mbH, also die Veranstalter des Wave-Gotik-Treffens, und damit die für das Erscheinungsbild der Veranstaltung Verantwortlichen unterzeichnet haben.

Auch danken wir Euch für das Statement “mit der Veranstaltung WGT keine politischen Ziele zu verfolgen”. Dennoch sind wir der Meinung, dass die politischen Mehrdeutigkeiten damit nicht aus dem Weg geräumt werden konnten. Unsere Frage, warum das – unserer Meinung nach hochpolitisch belastete – Symbol der “Schwarzen Sonne” benutzt wurde, wurde leider nicht beantwortet. Es existiert keine historische Verbindung zwischen der erwähnten “Herrmannsschlacht” und dem Symbol. Im Gegenteil: bedauernswerterweise ist nur darin eine Verbindung erkennbar, dass beide Themen in neofaschistischen Gruppierungen einen hohen Stellenwert einnehmen.

Wir hatten eine klare Stellungnahme der Treffen & Festspielgesellschaft für Mitteldeutschland mbH erwartet. Zunächst unabhängig davon, ob die Benutzung des politisch brisanten Motivs aus Unkenntnis, mangelnder Recherche, aus Versehen, aus Provokation zu Marketingzwecken, in voller politischer Absicht oder aus einem anderen Grund geschah.

Solange wir von den Verantwortlichen darüber keine klare Aussage erhalten, müssen wir Euch mit Bedauern mitteilen, dass wir in Zukunft weder als Besucher auf dem Wave-Gotik-Treffen zu Gast sein werden, noch als Teil des Musikprogramms dort zur Verfügung stehen werden.

Die Band ASP”

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Elekktroshokk Festival 2008.

von -jl- am May.05, 2009, unter Festival, Musik, video

Zur Vollständigkeit das Video, das ich bereits auf dem Straftanz Myspace profil gepostet habe.

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2009: Blackfield statt Amphi.

von jl am Jul.22, 2008, unter Festival, Konzerte, Musik

Endlich genug Grund zur Freude und genug Leid zur gleichen Zeit um hier mal wieder ungefragt zu etwas Stellung nehmen zu müssen. Und zwar zum bisherigen Festivalsommer. So hatte ich im Ablauf weniger Tage gleich aufeinanderfolgend die Gelegenheit zu beobachten, wie unterschiedlich recht ähnliche Festivalprojekte aussehen können. Namentlich rede ich vom Amphi Festival am Tanzbrunnen zu Köln und dem Blackfield Festival am Amphitheater Gelsenkirchen. ODie Blackfield Bühne.bwohl das Blackfield hier ein gutes Stück kleiner ausfällt als der Kölner Event, sind die beiden noch in ein und dieselbe Klasse, der Mittelgroßen Indie Feste, einzuordnen und gerade wegen dieser grundsätzlichen Vergleichbarkeit, ist es hier möglich einmal darzustellen, wie man so etwas richtig oder falsch machen kann. Ja, in der Tat geht bei diesen Events die Erlebnissqualität derart diametral auseinander, dass man hier in der Tat von Gut und Böse, Schwarz und Weiß reden kann. So lassen sich hier Archetypen der Festivalorganisation aufzeigen, darstellen und am lebendigen Beispiel betrachten wie es sonst nur selten möglich ist.

Mein Betrachungswinkel.

Ich möchte die Betrachtung dabei möglichst objektiv ausfallen lassen und will zu diesem Zweck etwas außer acht lassen:  Das Line-Up. Ich gehe davon aus, dass beide Feste ein durchaus hochwertiges welches auf die Beine stellen konnten und will nicht darüber reden, ob Deine Lakaien konkret krasser sind als Lacrimosa, oder ob Heimataerde Nachtmahr total gekreuzzugt hätte. Auch die Tatsache, dass das Blackfield mit nur einer Bühne ein kleineres Line-Up anbot will ich hier zunächst außen vor lassen. Nicht einmal den Eintrittspreis will ich einbeziehen. Anstelle dessen vermute ich einfach, dass der Ticketkäufer einfach aufgrund der Angebotsbeschreibung geneigt ist, das Fest zu besuchen und das angekündigte zum jeweiligen Preis für angemessen hält.

Notwendige Kriterien für ein gutes Fest.
Damit ein Festivalbesuch im allgemeinen als erfolgreich betrachtet werden kann sind eine recht überschaubare Menge von Vorraussetzungen als gegeben zu betrachten:
Der Gast muss die Band sehen können wegen der er gekommen ist. Er muss innerhalb eines angemessenen Zeitraumes seine Stoffwechselendprodukte entsorgen können. Auch der Zugang zu sonstigen Einrichtungen sollte zügig gehen. Er sollte sich sicher fühlen, nicht gegängelt. Die Preise sollten angemessen sein um ein Gefühl von Abzocke im Keim zu ersticken.  Um diese Grundlegenden Axiome zu erfüllen, sind folglich bestimmte Einrichtungen notwendig und sie sind richtig zu planen und aufzustellen. An dieser Stelle beginnen Blackfield und Amphi sich zu trennen.

Blackfield vs. Amphi.

Während das Blackfield zwar über keine fest installierten sanitären Anlagen verfügt, hat es davon aber wenigstens angemessen viele. Dass der Amphi Veranstalter damit wirbt “Keine Dixiklos” zu nutzen wird zu puren Zynismus.Dem Kritiker wachsen lila Haare. Da wird das schlimmste Dixiklo oder der nächste Busch nach Toilettenwartezeiten bis zum Kolikschmerz zu einer strahlenden Vision. Dabei ist anzumerken, dass auch das Blackfield nicht auf Chemie, sondern aus fließendes Wasser setzte. Toilettewagen sind eine verfügbare und bezahlbare Dienstleistung.
Eine gute Sicherheit ist der nächste Punkt. Diese sollte nicht nur im Sinne des Veranstalters, sondern im besonderen auch im Interesse von Publikum und Künstlern handeln. Wer Konzerte und Festivals im Schwarzen Sektor kennt, der weiß, dass hier keine Kriseninterventionskräfte notwendig sind, sondern das eher de-eskalierend wirksame, nach Möglichkeit nicht völlig szenefremde Sicherheitsleute, mit der Fähigkeit wohlgeformte Sätze zu sprechen, die richtige Wahl sind. Auch hier Schlug das Amphi Festival in so grenzeloser Art und Weise fehl, dass man nur noch von einer Travestie des Konzeptes Ordnung sprechen kann. Da wurden der größte Unsinn mit großer Mühe umgesetzt. Menschen wurden durch einen viel zu kleinen unbeleuchteten Durchgang in eine für den Andrang unterdimensionierte Halle gequetscht. Wartezeiten von 30 Minuten und mehr waren keine Seltenheit. In dem düsteren Durchgang der direkt vor ein Gitter führte war bei gedämpfter Bühnenbeleuchtung präzise nichts zu sehen, was zu Rempeleien, Stürzen und möglicherweise hemmungslosen Sex geführt hat, wobei letzteres zumindest niemanden aufgefallen wäre. Um zur Toilette zu kommen musste man diese Halle natürlich verlassen und die Prozedur von neuem beginnen. Einige Durchgänge wurden bewacht, aber diverse “Ausnahmen”, offensichtlich nach Gesicht, führten mehrfach zu Diskussionen. Mitbesucher konnten beobachten wie zwei Security Leute einen Mann verfolgten der drohte diese Unregelmäßigkeiten zu melden und dabei lässig den Zugang unbewacht ließen, der Grundlage des Disputs war. Aber ich will der Sicherheit selbst auch nicht zu viel ankreiden, denn offensichtlich widersinnige Anweisungen der Leitung tragen nicht zur Motivation bei.  Künstler waren nicht dazu in der Lage, Ausrüstung und Freundin gleichzeitig zu ihrem Fahrzeug zu bringen, weil diese nicht mal ihre Freundin Backstage eskortieren Motivierte Musiker. Motiviertes Publikum.durften. Eine gute Maßnahme vielleicht wenn man die Künstler aus dem Backstage jagen und zu mehr Publikumskontakt bewegen möchte. In diesem Rahmen führte das aber nur zu absurden Situationen, zusätzlichen langen Diskussionen und zu verärgerten Künstlern die sich nicht so wirklich ernst genommen fühlten. Das kann für die sonstigen Besucher zwar eigentlich egal sein, aber normalerweise ist es doch so, dass bei einem Fest für eine positive Stimmung wert gelegt werden soll. Künstler im Publikumskontakt die Grund zum nörgeln haben gehören da aber sicher nicht zu den wünschenswerten Konstellationen. Insbesondere dann nicht, wenn Musiker nach dem Tag ihres Konzertes nicht wieder kommen dürfen, ohne ein Ticket zu kaufen. Das ist schon kleinkariert, wenn auf der anderen Seite die Verkaufskarten nicht angemessen limitiert werden. Der Überverkauf an Karten war an allen Ecken und Enden spürbar. Die Schlangen waren überall lang, auch bei den Fressbuden und Getränkehändlern, die zu allem Überfluss auch noch selbst für Festivalverhältnisse teuer waren. 4€ für einen halben Liter Wasser ist absurd, aber da nicht mal Tetrapacks auf dem Gelände gestattet waren, ein machbarer Preis. Jede Bude gab dabei unterschiedliche Pfandmarken heraus und nahm die Behälter der anderen nicht an. Skuril, schlicht skuril. Die beiden Frauen an der Kasse die rund 10 Minuten pro Person brauchten um einen  Namen auf einer EDV gestützten Gästeliste zu finden seien nur am Rande erwähnt.
Wie sah das beim Blackfield aus? Da gibt es wenig zu berichten. Alle konnten schnell und sicher überall hinein und hinaus laufen. Die Sicherheit erschien nicht nur Kompetent, sondern beinhaltete durchaus clevere, nette und kompetente Leute die zum Teil sogar einen Szenebezug hatten und wissen wie man auch mit den Leuten umzugehen hat, die nicht in die Kategorie des hilflosen Betrunkenen, oder des Profi-Randalierers fallen. Die Künstler hatten einen eigenen Zugang zum Bühnenbereich, der Transport der Ausrüstung wurde zum Kinderspiel. Das ist alles. Keine Beschwerden, keine Probleme. Warum sich weiter anstrengen? Man kann ja einfach erstmal glücklich damit sein, dass sich alle so furchtbar freuen. Anwesende Verantwortliche hatten stets die Ohren offen für etwaige Kritik, Detailverbesserungen können so zum nächsten Jahr in Angriff genommen werden. Und selbst hier wird nachgefragt: Das Blackfieldprogrammheft beinhaltete in der Tat einen Bewertungsbogen, wie er bei moderner Qualitätssicherung üblich ist. Die Folge ist eine positive, entspannte Stimmung beim Blackfield Festival im Gelsenkirchener Amphitheater, mit ordentlichen Shows motivierter Leute.

Das Urteil:
Es bleibt mir unklar was Veranstalter dazu treibt seine Stakeholder zu verärgern, was ihn davon abhält bei einem ausverkauften Festival einen zusätzlichen Toilettenwagen zu mieten. Dieses Verhalten macht einfach keinen Sinn. Das Amphi Festival riecht, hier im Gegensatz zur Konkurenz, stark nach dem Willen zu einem grenzenlosen Wachstum jenseits von Vernunft. Es geht scheinbar nur um Quantität, um Zahlen, vielleicht auch irgendwelche Ego Geschichten das größte zu haben. Aber es geht kaum um das Pulikum und sicherlich zuletzt um einen Gemeinschaftsgedanken.
Zuletzt die Gerüchteküche: Dass Mike Kanetzki, bekannt für seine sehr erfolgreiche EOD Partyserie, seine Party in der Essigfabrik im Kontext des Festivals beworben hat ist dumm, denn er hat gar keine Rechte am Namen des Amphis. Aber das Amphi Festival reagiert da gleich wie ein Profi: Kanetzki, überall szenebekannt, bekommt nicht etwa einen unfreundlichen Anruf sondern wird gleich kostenpflichtig abgemahnt. Gerüchteweise im vierstelligen Bereich, mit Unterlassungerklärung und allem was dazu gehört. Und das bei einem vermutlich kaum vorhandenen Schaden: Der Wartesaal, Location des offiziellen Warmups hat vielleicht 800 Personen Kapazität. Die Essigfabrik fasst möglicherweise etwas mehr Leute, aber ernsthaft: Wer glaubt bei einem mit 13000 Tickets ausverkauften Festival mit einer Warmup Party für nur 800 Leute den ganzen Mob bedienen kann und dabei auch noch glaubt, eine zweites Angebot könne da in er Tat kommerziell schaden, der stellt auch zu wenig Toiletten auf. Der Gästepool ist groß genug. Was rechtmäßig ist, ist nicht gleich guter Ton. Von irgendwelchem “Für die Szene” Gewäsch kann hier keine Rede mehr sein, das ist Hauen und Stechen auf höherem Niveau. Rechtmäßig oder nicht, so was hinterlässt einen faden Beigeschmack.
Meine Empfehlung: Blackfield 2009. Mit VNV-Nation. Ohne idiotie.

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So, jetzt kommen die Fotos.

von jl am Aug.31, 2007, unter Festival, Konzerte, Musik, foto

Es hat mal wieder etwas länger gedauert als geplant. Aber immerhin, hier kommt der erste große Schwung Bilder vom diesjährigen, fabelhaften, M’era Luna ins Scherbenreich. Mehr davon gibt es noch im Sonic Seducer M’era Luna Special 2007 zu sehen. Dort dann auch vom großartigen Herrn Sackmann und von der elektrisierenden Frau Hüning. Liebe Grüße an Euch und an die Elite vom Platz. Gastro bedeutet Freibier.

Wer Bilder von Tool sucht: Wir haben welche aber posten keine. Eine debile Schrankwand drohte Jana auf dem Platz mit der Zerstörung ihrer Ausrüstung wenn sie nicht aufhöre Fotos zu machen. Eine Spitzenleistung. In der Tat setzte die Band ein geländeweites Fotoverbot mit eigenen überaus unfreundlichen Sicherheits(?)-Leuten durch. Aber keine Sorge. Wer es nicht gesehen hat: Abgesehen von psychedelischen Videoanimationen lieferten Tool gepflegte Langeweile und sahen dabei ziemlich bieder aus. Der heimliche Headliner mit der doppelten Menge Zuschauer war And One. Also: Qualitätswerkzeug gibt’s bei Hornbach, nicht beim M’era Luna.

Wir haben ziemlich viele schöne Sachen gesehen. Die Ketchupeuter des letzten Jahres waren wieder da, ob das Lineup vergleichbar war, bleibt insbesondere durch Deplatzierungen wie Tool die zu grotesken Bedingungen spielen zweifelhaft. Unsere Lakaien haben wie erwähnt die Herausforderung gemeistert und einen brauchbaren Auftritt hinbekommen, Altmeister wie Jean Luc DeMeyer oder Nivek Ogre sehen noch immer nicht alt aus und eine Menge junger Musiker zeigten dass sie sich nicht hinter ihren Vorgängern verstecken müssen. Zum Beispiel die beiden eindeutig noch verflixt jungen Burschen Von Necro Facility, deren Sound so unfassbar Vancouver war, dass ich mich nur noch wunderte.

Suicide Commando, nach 20 Jahren noch immer nicht tot, brachte es hingegen zur geschmacklichen entlgeisung schlechthin: Wenn man keine Ahnung hat wie man noch irgendwo jemanden provozieren kann, eine gar nichts mehr einfällt und einem alles egal ist, zeigt man tote Auschwitz Juden auf einer großen Videoleinwand. Bei derart dümmlicher Dreistigkeit fällt mir nichts mehr ein. Einfallsreich war hingegen die junge Frau Autmumn, denn die Praxis wärend eine Live Performance permanent Tee aus zu kleinen Tassen zu trinken ist fabelhaft skurril.

Schön oder skurril oder beides war auch wieder das Festivalpublikum. Wir finden es cool mehr Cybergothics gesehen zu haben denen es nicht peinlich war wundervollen Kreaturen wie Spongebob einem Platz auf dem Gelände zu geben. Groß war auch die Freude festzustellen dass es ausgerechnet dies waren die bei der Loveparade die definitiv coolsten Outfits getragen haben. Fabelhafte Sache. Große Freude.

Die Idee mit einem Wohnmobil zu fahren hat sich als Vorteil schlechthin erwiesen. Man schläft nicht nur bequemer ohne weiter weg zu sein, man muss auch auf keinen zivilisatorischen Luxus verzichten und dazu nicht einmal irgendwas auf- oder abbauen. Wir wissen nun: Wohnmobile sind das das Mittel der Wahl um zu Reisen. Nun was bleibt zu sagen? Abgesehen davon, dass wir in Straftanz in Utrecht verpasst haben erwies sich die Entscheidung zum Luna zu fahren wegen der guten Stimmung, des guten Wetters und der netten Leute als absolut richtig.

Wir freuen uns auf das Special des Sonic Seducers und dann etwas später, gibts noch einen kleinen Nachschub an Fotos hier. Wir bedanken uns für die Strapazen und verbleiben mit einem Link zur Galerie:

http://bilder.scherbenreich.de/

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Heimwärts.

von jl am Aug.14, 2007, unter Festival

Das Mera Luna in diesem Jahr war erneut ein überaus erfreuliches Ereignis. Unsere Unterkunft war Dank des großartigen Wohnmobils, dass uns die die Bochumer Fahrzeugtechnik am Harpener Feld in Bochum zu Verfügung gestellt hat ein Gipfel der Bequemlichkeit. Die Möglichkeit, direkt am Gelände ein sauberes Bett, eine Küche und ein eigenes Bett zu haben, ist schlicht und ergreifend himmlisch. Die Zusammenarbeit mit dem fantastischem Feldteam des Sonic Seducers war eine Freude. Wir haben erneut eine Reihe sehr angenehmer Menschen kennengelernt und hoffen hier und da bereits jetzt auf ein baldiges Wiedersehen. Obwohl ich persönlich zu Anfang erhebliche Zweifel am Line-Up hatte, gab es für mich, abgesehen von den Headlinern, wirklich wenig zu meckern. Jana und ich konnten eine große Menge schöner Eindrücke aufnehmen. Im Laufe dieser Wochen werden wir unserem ganz persönlichen Festivalnachbericht hier einbringen, mit allen Details, vielen Bildern und herzlichen Grüßen.

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“Mehr Bluna trinken!”

von jl am Aug.10, 2007, unter Festival, Musik

Mein lieben Cremeschnittchen, an diesem Wochende fahren wir zum Mera Luna Festival nach Hildesheim, weil es letztes Jahr soviel Spaß gemacht hat dort rumzugammeln. Und das obwohl wir das Summerdarkness Festival in den Niederlanden auch empfehlen könnten, weil dort nämlich die fabelhaften Erfinder des Industrial Streefight Dance (ISD, das erste Musikstilakronym mit “I” an dem nichts intelligent ist.) ihren ersten grandiosen Liveact zelebrieren werden. Ich könnte weinen diesen unsterblichen historischen Zeitpunkt zu verpassen. Naja, nicht ganz. Nichtsdestotrotz werde ich beim Mera Luna spannendes beobachten. Zum Beispiel werde ich mit großer Neugier verfolgen, wie der Veranstalter ein ganzes Symphonieorchester binnen 30 Minuten auf die Bühne jagen lässt und nach einen Soundcheck und 65 Minuten Spielzeit wieder verabschieden wird, damit direkt danach der Headliner auftreten kann. Das ist Rekordverdächtig und erscheint unmöglich, doch traue ich dem famosen Ernst Horn wirklich viel zu und glaube an ein großartiges Deine Lakaien Konzert.

Da in Hildesheim, auch im Gegensatz zu Leipzig während des WGT, sicherlich weniger braunes Pack unterwegs ist und gottlob niemand eine Straßenbahn braucht, die debile Linke dazu nötigt, an Glasscheiben Penetrationstests mit Backsteinen durchzuführen, erhoffe ich mir ein entspanntes und nettes Fest. Natürlich wird Jana mit großartigen Lichtbildern protzen und wir werden eine Menge Spaß haben. Am Montag schreibe mehr dazu.

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Gute Idee, schlechte Idee.

von jl am Jun.25, 2007, unter Festival, Konzerte, Musik

Gute Idee: Kinder nicht Jesus on Extasy hören lassen.

Schlechte Idee: Kinder Jesus on Extasy hören lassen.

Naja, zumindest bei dieser Lautstärke. Aber ernsthaft, egal wie man zu peinlichen Künstlernamen und mittelmäßigen Industrial Rock steht: Liebe Eltern, sorgt euch um das Gehör Eurer Kinder! Es könnte sonst sein, dass sie es sich nicht einmal aussuchen können womit sie sich ihr Gehör ruinieren.

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Klone!

von jl am Jun.12, 2007, unter Festival

Dr. Schneider hat mich auf eine Ungereimtheit aufmerksam gemacht, die unsere schlimmsten Befürchtungen war werden lassen könnten: Die FKP Scorpio Konzertproduktionen GmbH verfügt möglicherweise über Methoden der Band- Massenvervielfältigung. Dafür gibt es eindeutige Indizien, siehe Bild links. Wie auf der aktuellen M’era Luna Website zu lesen ist, spielen dort nicht nur Anne Clark neben Anne Clark sondern auch Welle:Erdball und Welle:Erdball. Das mag die einen begeistern, bekommt man so das doppelte an 80er Jahre retrocomputing für das Geld, intellektuelle Theoretiker gehen aber von einer Gefahr für die westliche Welt aus: So sei das Festival nur als Testgelände zu betrachten, bevor Scorpio eine Legion Jean-Luc DeMeyer Klonkrieger zur Annektierung Belgiens schickt und mit einer Horde nackter Dorian Deveraux Mutanten den nächsten katholischen Kirchentag verhindern wird. Da zeigt es sich als Glück, dass Scorpio, aus irgendwelchen, für niemanden recht verständlichen Gründen, kein Interesse an Neuwerk Künstlern gezeigt hat. Eine Vervielfältigungen eines Douglas McCarthy, Ronan Harris oder Lance Murdock hätte entweder zu biblischen Kataklysmen oder zum Angriff der dreibeinigen Turmdrehkrane geführt, was letztlich wohl dasselbe ist.
Ich erschauere beim Gedanken.
Die Idee einiger Wissenschaftler, Scorpio versuche in Wahrheit nur das Line-Up umfangreicher wirken zu lassen halte ich für völlig aus der Luft gegriffen: Die Freiheit der Welt könnte auf dem Spiel stehen.
Seid wachsam Kameraden! Heute klonen sie nur ein paar Bands, morgen könnten sie einen Stefan Herwig klonen, der Dependent weiterführt aber nur noch internationale Stars der Volksmusik unter Vertrag nimmt und übermorgen, ja übermorgen, da machen die vielleicht was so richtig, wirklich, apodiktisch furchtbares.
Der Preis der Freiheit ist ewige Wachsamkeit! Nie wieder Krieg! Bla, bla!

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Weiter gehts.

von jl am Sep.24, 2006, unter Festival, Medien, foto

Nachdem wir nun gelernt haben wie wichtig es sein kann, eine Rechtsfreistellung zu haben wenn man Arbeiten bei einem Profidesigner kauft, ist die Gallerie wieder online mit Copyrightvermerken in jedem Bild. Damit auch die Profis sehen können wo die Bilder herkommen die sie nutzen. Das nenne ich Service. ZigZig.

Betreffend Mera Luna:
Die restlichen Bilder sind sichtbar, ich wünsche viel Spass beim gucken. Ich lade morgen noch einige persönliche Impressionen hoch, für die, die es wissen wollen und noch keine CD haben.

For great justice!

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M’era Luna.

von jl am Aug.16, 2006, unter Festival, Kunst, Musik, foto

Himmel, hatten wir einen Spass. Alleine junge Frauen beim Ketchup und Majo melken zu beobachten war ein Erlebniss.
Nicht einmal Medusas tägliche Gewitterwarnungen und sonstige Moderationsentgleisungen, Chris Pohls lustige Background-Engel (Was war das? Eurythmie?) noch Bill Leebs mangelnder Enthusiasmus, nein, nicht einmal die Teils amüsanten, Teils absurden Regulierungsversuche des Veranstalters konnten unsere gute Laune reduzieren.
Medusa, die bei ihrer De/Vision Anmoderation bei Bochum Total schon nicht erfassen konnte, dass die “Buh”-Rufe Ihr, und keineswegs De/Vision, galten ist zum Unfassbaren fähig. So entfleucht manchmal wahrhaftig Wirres ihrem Mund. Beim Ministry Auftritt empfiehlt es sich also sich auszuziehen (wtf!?) . Vermutlich rettete sie durch die Unwetterwarnungen das Wetter, weil selbst der Himmel sich weigerte ihren Worten Bedeutung beizumessen. Es ist ein Trauerspiel um diese eigentlich ansonsten sicher attraktive und möglicherweise (ich kenne sie ja nicht) klevere Frau. Sie kann nur eben nicht vor Menschenmengen reden. Medusas Zielgruppe ist von ihren Fähigkeiten immerhin so überzeugt, dass man auf der Rollbahn gelegentlich T-Shirts mit dem Druck “Medusa verursacht Ohrenkrebs” finden konnte. Ich wünschte mir ernsthaft, dass diese Frau etwas tun würde wobei sie nicht sprechen muss und dabei glücklich werden kann. Ehrlich.
Auch der Veranstallter war zu gewissen Absurditäten fähig. Besonders die Hangarpartys seien hier Stichwort; Diese beiden Abende mussten mit Zusatzgebühren von jeweils 4€ bezahlt werden. Bei Betrachtung des Ticketpreises von ~65€+ eine Frechheit. Eine sehr freundliche aber häufig mittelmäßig informierte Security, die gelegentlich die Regeln zu ändern schien was Zugänge, zulässige Größe und Komplexität mitgebrachter Kompaktkameras und ähnlichem, sowie das grundsätzliche Gefühl, dass irgendwie eher der Profit des Veranstalters als die Sicherheit der Gäste und Künstler sichergestellt werden sollte, gaben dem ansonsten sehr gut organisierten und passabel ausgestatteten Fest eine leicht bittere Note. Denn die Festlegung, dass Tetrapacks weniger gefährlich sind als Kunststofflaschen, 1,5 Liter Tetrapack unbedenklich, 2 Liter aber zu bannen sind, riecht nach jener Form der Willkür die dafür sorgt, dass kein fremdes Bier auf das Festivalgelände gelangt. So verständlich die finanziellen Interessen von Scorpio sind, da von Sicherheit zu sprechen ist zumindest zweifelhaft.
Aber was beschwere ich mich; Die Engel haben sich offensichtlich wenigstens Mühe gegeben. Und Bill Leeb war immerhin persönlich unenthusiastisch. Vielleicht macht die kürzlich zu Ende gegangene Produktion des neuen Delerium Albums weich und den Gang unsicher. Warum der Gitarist der das Millenium Sample “spielte” ungefähr zwölf war will ich gar nicht wissen. Trotzdem. Der Mann wusste schon immer was er tut, zumindest musikalisch, und hat in meinen Ohren stets gut und klug produziert. Die Performance konnte das zummindest in Teilen darstellen.
Wie auch immer: Bewaffnet mit der Stalinorgel unter den tragbaren Seifenblasenmaschinen und einem angemessenen Zelt konnten wir alle Widrigkeiten erfolgreich überbrücken und die unzähligen positive Aspekte des Festivals in vollen Zügen genießen.
Wir haben einige sehr gute Performances gesehen.
Zum Beispiel Ministry. Der Anspruch von Ministry scheint einfach. Er lautet: Wir sind in jedem Fall die Lautesten am Platz. Das ging nicht nur auf sondern es funktionierte auch noch. Ohne hinreichende Intoxination oder Pömpel in den Ohren war das nur schwer erträglich. Aber wenn es erträglich war machte es auch wahrhaftig Spaß
The Birthday Massacre ist hervorzuheben weil diese Band gut aussieht. So richtig. Die haben einen Burschen dabei, der nicht einmal im Falle eines unangekündigten Speichelüberschusses, der anderswo ein GAU wäre, völlig beschissen aussieht. Das verdient tiefen Respekt.
Der Jeyenne von XPQ-21 war ebenfalls höchst sehenswert, auch ohne Speichelüberschuss. Und wesentlich hörenswerter als vor ein paar Wochen bei Bochum Total mit lahmen Publikum und lahmeren Sound. Diese Gestalt hat alles was ein Frontmann braucht. Streckenweise ist die Gestik so explizit, dass ich Turret vermuten wollte. Wenn auch die kommuniktivste und beeindruckenste Form die Ansatzweise denkbar wäre. Das neue Album “Alive” ist ziemlich prall, die Live Performance auch. Das hat viel Spass gemacht.
Offenkundig stürmisch war in der Tat auch die Rotersand Perfomance, die insgesammt erstaunlich druckvoll daherrauschte und nicht einmal durch gewisse Tendenzen der Selbstzerstörung reduziert wurde. Der Auftritt von Mark Jackson als Schlagzeuger war überraschend und ein mächtig cleverer Einfall. Storm klingt live ziemlich gut und sah mit zwei Schlagzeugern auch noch gut aus. Immernoch. Das war insgesammt zielmlich überzeugend.
Endgültig überraschend war für mich die Nitzer Ebb Performance. Ich wollte erst nicht hinsehen. Nach all den Jahren war der betagte Nitzer Ebb Sound für mich so rundgelutscht wie das Hinterteil eines hüftkranken Schäferhundes. Ich befürchtete lahme Saurier zu sehen. Ein fataler Irrtum diesen Gedanken auf die Life-Performance übertragen zu wollen. McCarthy verkauft die alten Tracks unverändert, aber mit einer so erstaunlichen Energie und Überzeugung, dass man sich mindestens 15 Jahre zurückversetzt fühlt, in eine Zeit in der solcher EBM noch nicht saurierhaft oder antiquarisch wirkte. Diese Burschen sind noch immer großartig sahen großartig aus und lieferten aus meiner Sicht die Show des Tages.
Und neben diesen und vielen weiteren talentierten Künstler waren da noch die wundervollen Gäste, die das Fest wertvoll machten. Die fantasievollen bis grenzdebilen Outfits undUniformen waren immer mindestens interessant. Wir hatten was zu begucken und einen Mordsspaß dabei. Die insgesammt friedliche Stimmung der Besucher trotz teils exzessiven Konsums brachte die Sicherheitskräfte an den Rand der Redundanz.

Die Bilder wurden aus Bildrechtlichen Gründen noch mal gesperrt, stehen aber in diesen Tagen zur Verfügung.

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