scherbenreich

Konzerte

Reportagen und Konzerte

von Jana am Jun.17, 2009, unter Intern, Konzerte, Musik, foto, video

Was Bilder betrifft, war das Vorhaben eigentlich eindeutig und einfach: Scherbenreich soll keine riesengroßen Mengen an Bildgallerien mehr beinhalten. Es sollte portfolioähnlich sein.
Kein Kategorienwust mehr und Übersichtlichkeit war geplant. Soweit hat sich das Konzept auch bewehrt. Bis zum letzten Samstag an dem X-Divide in Bonn Ihr Video zu dem Song “Forever” drehten, bei dem auch Straftanz dabei waren. Dort sind eine ganze Menge Bilder entstanden die natürlich auch alle Beteiligten sehen wollten. Wir haben uns also Gedanken gemacht. Lade ich das ganze auf Myspace hoch und ärgere mich dann anschließend über die absolut miese Qualität die dort beim runterkompremieren der Bilder entsteht? Verschicke ich alle Bilder an jeden der sie will per E-mail? Oder machen wir doch noch eine neue Sektion für solche Gelegenheiten auf? Wir haben uns für einen neuen Bereich entschieden, der zukünftig Bilder von eben solchen Events, Festivals, Konzerten etc, beinhalten wird.

Reportage / Concerts heißt das Kind. Was wir genau tun um das ganze so übersichtlich wie möglich zu gestalten wissen wir noch nicht endgültig, aber uns fällt sicher was ein!

Hier findet Ihr die Bilder die für das ganze verantwortlich sind.

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2009: Blackfield statt Amphi.

von jl am Jul.22, 2008, unter Festival, Konzerte, Musik

Endlich genug Grund zur Freude und genug Leid zur gleichen Zeit um hier mal wieder ungefragt zu etwas Stellung nehmen zu müssen. Und zwar zum bisherigen Festivalsommer. So hatte ich im Ablauf weniger Tage gleich aufeinanderfolgend die Gelegenheit zu beobachten, wie unterschiedlich recht ähnliche Festivalprojekte aussehen können. Namentlich rede ich vom Amphi Festival am Tanzbrunnen zu Köln und dem Blackfield Festival am Amphitheater Gelsenkirchen. ODie Blackfield Bühne.bwohl das Blackfield hier ein gutes Stück kleiner ausfällt als der Kölner Event, sind die beiden noch in ein und dieselbe Klasse, der Mittelgroßen Indie Feste, einzuordnen und gerade wegen dieser grundsätzlichen Vergleichbarkeit, ist es hier möglich einmal darzustellen, wie man so etwas richtig oder falsch machen kann. Ja, in der Tat geht bei diesen Events die Erlebnissqualität derart diametral auseinander, dass man hier in der Tat von Gut und Böse, Schwarz und Weiß reden kann. So lassen sich hier Archetypen der Festivalorganisation aufzeigen, darstellen und am lebendigen Beispiel betrachten wie es sonst nur selten möglich ist.

Mein Betrachungswinkel.

Ich möchte die Betrachtung dabei möglichst objektiv ausfallen lassen und will zu diesem Zweck etwas außer acht lassen:  Das Line-Up. Ich gehe davon aus, dass beide Feste ein durchaus hochwertiges welches auf die Beine stellen konnten und will nicht darüber reden, ob Deine Lakaien konkret krasser sind als Lacrimosa, oder ob Heimataerde Nachtmahr total gekreuzzugt hätte. Auch die Tatsache, dass das Blackfield mit nur einer Bühne ein kleineres Line-Up anbot will ich hier zunächst außen vor lassen. Nicht einmal den Eintrittspreis will ich einbeziehen. Anstelle dessen vermute ich einfach, dass der Ticketkäufer einfach aufgrund der Angebotsbeschreibung geneigt ist, das Fest zu besuchen und das angekündigte zum jeweiligen Preis für angemessen hält.

Notwendige Kriterien für ein gutes Fest.
Damit ein Festivalbesuch im allgemeinen als erfolgreich betrachtet werden kann sind eine recht überschaubare Menge von Vorraussetzungen als gegeben zu betrachten:
Der Gast muss die Band sehen können wegen der er gekommen ist. Er muss innerhalb eines angemessenen Zeitraumes seine Stoffwechselendprodukte entsorgen können. Auch der Zugang zu sonstigen Einrichtungen sollte zügig gehen. Er sollte sich sicher fühlen, nicht gegängelt. Die Preise sollten angemessen sein um ein Gefühl von Abzocke im Keim zu ersticken.  Um diese Grundlegenden Axiome zu erfüllen, sind folglich bestimmte Einrichtungen notwendig und sie sind richtig zu planen und aufzustellen. An dieser Stelle beginnen Blackfield und Amphi sich zu trennen.

Blackfield vs. Amphi.

Während das Blackfield zwar über keine fest installierten sanitären Anlagen verfügt, hat es davon aber wenigstens angemessen viele. Dass der Amphi Veranstalter damit wirbt “Keine Dixiklos” zu nutzen wird zu puren Zynismus.Dem Kritiker wachsen lila Haare. Da wird das schlimmste Dixiklo oder der nächste Busch nach Toilettenwartezeiten bis zum Kolikschmerz zu einer strahlenden Vision. Dabei ist anzumerken, dass auch das Blackfield nicht auf Chemie, sondern aus fließendes Wasser setzte. Toilettewagen sind eine verfügbare und bezahlbare Dienstleistung.
Eine gute Sicherheit ist der nächste Punkt. Diese sollte nicht nur im Sinne des Veranstalters, sondern im besonderen auch im Interesse von Publikum und Künstlern handeln. Wer Konzerte und Festivals im Schwarzen Sektor kennt, der weiß, dass hier keine Kriseninterventionskräfte notwendig sind, sondern das eher de-eskalierend wirksame, nach Möglichkeit nicht völlig szenefremde Sicherheitsleute, mit der Fähigkeit wohlgeformte Sätze zu sprechen, die richtige Wahl sind. Auch hier Schlug das Amphi Festival in so grenzeloser Art und Weise fehl, dass man nur noch von einer Travestie des Konzeptes Ordnung sprechen kann. Da wurden der größte Unsinn mit großer Mühe umgesetzt. Menschen wurden durch einen viel zu kleinen unbeleuchteten Durchgang in eine für den Andrang unterdimensionierte Halle gequetscht. Wartezeiten von 30 Minuten und mehr waren keine Seltenheit. In dem düsteren Durchgang der direkt vor ein Gitter führte war bei gedämpfter Bühnenbeleuchtung präzise nichts zu sehen, was zu Rempeleien, Stürzen und möglicherweise hemmungslosen Sex geführt hat, wobei letzteres zumindest niemanden aufgefallen wäre. Um zur Toilette zu kommen musste man diese Halle natürlich verlassen und die Prozedur von neuem beginnen. Einige Durchgänge wurden bewacht, aber diverse “Ausnahmen”, offensichtlich nach Gesicht, führten mehrfach zu Diskussionen. Mitbesucher konnten beobachten wie zwei Security Leute einen Mann verfolgten der drohte diese Unregelmäßigkeiten zu melden und dabei lässig den Zugang unbewacht ließen, der Grundlage des Disputs war. Aber ich will der Sicherheit selbst auch nicht zu viel ankreiden, denn offensichtlich widersinnige Anweisungen der Leitung tragen nicht zur Motivation bei.  Künstler waren nicht dazu in der Lage, Ausrüstung und Freundin gleichzeitig zu ihrem Fahrzeug zu bringen, weil diese nicht mal ihre Freundin Backstage eskortieren Motivierte Musiker. Motiviertes Publikum.durften. Eine gute Maßnahme vielleicht wenn man die Künstler aus dem Backstage jagen und zu mehr Publikumskontakt bewegen möchte. In diesem Rahmen führte das aber nur zu absurden Situationen, zusätzlichen langen Diskussionen und zu verärgerten Künstlern die sich nicht so wirklich ernst genommen fühlten. Das kann für die sonstigen Besucher zwar eigentlich egal sein, aber normalerweise ist es doch so, dass bei einem Fest für eine positive Stimmung wert gelegt werden soll. Künstler im Publikumskontakt die Grund zum nörgeln haben gehören da aber sicher nicht zu den wünschenswerten Konstellationen. Insbesondere dann nicht, wenn Musiker nach dem Tag ihres Konzertes nicht wieder kommen dürfen, ohne ein Ticket zu kaufen. Das ist schon kleinkariert, wenn auf der anderen Seite die Verkaufskarten nicht angemessen limitiert werden. Der Überverkauf an Karten war an allen Ecken und Enden spürbar. Die Schlangen waren überall lang, auch bei den Fressbuden und Getränkehändlern, die zu allem Überfluss auch noch selbst für Festivalverhältnisse teuer waren. 4€ für einen halben Liter Wasser ist absurd, aber da nicht mal Tetrapacks auf dem Gelände gestattet waren, ein machbarer Preis. Jede Bude gab dabei unterschiedliche Pfandmarken heraus und nahm die Behälter der anderen nicht an. Skuril, schlicht skuril. Die beiden Frauen an der Kasse die rund 10 Minuten pro Person brauchten um einen  Namen auf einer EDV gestützten Gästeliste zu finden seien nur am Rande erwähnt.
Wie sah das beim Blackfield aus? Da gibt es wenig zu berichten. Alle konnten schnell und sicher überall hinein und hinaus laufen. Die Sicherheit erschien nicht nur Kompetent, sondern beinhaltete durchaus clevere, nette und kompetente Leute die zum Teil sogar einen Szenebezug hatten und wissen wie man auch mit den Leuten umzugehen hat, die nicht in die Kategorie des hilflosen Betrunkenen, oder des Profi-Randalierers fallen. Die Künstler hatten einen eigenen Zugang zum Bühnenbereich, der Transport der Ausrüstung wurde zum Kinderspiel. Das ist alles. Keine Beschwerden, keine Probleme. Warum sich weiter anstrengen? Man kann ja einfach erstmal glücklich damit sein, dass sich alle so furchtbar freuen. Anwesende Verantwortliche hatten stets die Ohren offen für etwaige Kritik, Detailverbesserungen können so zum nächsten Jahr in Angriff genommen werden. Und selbst hier wird nachgefragt: Das Blackfieldprogrammheft beinhaltete in der Tat einen Bewertungsbogen, wie er bei moderner Qualitätssicherung üblich ist. Die Folge ist eine positive, entspannte Stimmung beim Blackfield Festival im Gelsenkirchener Amphitheater, mit ordentlichen Shows motivierter Leute.

Das Urteil:
Es bleibt mir unklar was Veranstalter dazu treibt seine Stakeholder zu verärgern, was ihn davon abhält bei einem ausverkauften Festival einen zusätzlichen Toilettenwagen zu mieten. Dieses Verhalten macht einfach keinen Sinn. Das Amphi Festival riecht, hier im Gegensatz zur Konkurenz, stark nach dem Willen zu einem grenzenlosen Wachstum jenseits von Vernunft. Es geht scheinbar nur um Quantität, um Zahlen, vielleicht auch irgendwelche Ego Geschichten das größte zu haben. Aber es geht kaum um das Pulikum und sicherlich zuletzt um einen Gemeinschaftsgedanken.
Zuletzt die Gerüchteküche: Dass Mike Kanetzki, bekannt für seine sehr erfolgreiche EOD Partyserie, seine Party in der Essigfabrik im Kontext des Festivals beworben hat ist dumm, denn er hat gar keine Rechte am Namen des Amphis. Aber das Amphi Festival reagiert da gleich wie ein Profi: Kanetzki, überall szenebekannt, bekommt nicht etwa einen unfreundlichen Anruf sondern wird gleich kostenpflichtig abgemahnt. Gerüchteweise im vierstelligen Bereich, mit Unterlassungerklärung und allem was dazu gehört. Und das bei einem vermutlich kaum vorhandenen Schaden: Der Wartesaal, Location des offiziellen Warmups hat vielleicht 800 Personen Kapazität. Die Essigfabrik fasst möglicherweise etwas mehr Leute, aber ernsthaft: Wer glaubt bei einem mit 13000 Tickets ausverkauften Festival mit einer Warmup Party für nur 800 Leute den ganzen Mob bedienen kann und dabei auch noch glaubt, eine zweites Angebot könne da in er Tat kommerziell schaden, der stellt auch zu wenig Toiletten auf. Der Gästepool ist groß genug. Was rechtmäßig ist, ist nicht gleich guter Ton. Von irgendwelchem “Für die Szene” Gewäsch kann hier keine Rede mehr sein, das ist Hauen und Stechen auf höherem Niveau. Rechtmäßig oder nicht, so was hinterlässt einen faden Beigeschmack.
Meine Empfehlung: Blackfield 2009. Mit VNV-Nation. Ohne idiotie.

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Konzertbeleuchtung.

von jl am Nov.08, 2007, unter Konzerte, Kunst, Musik, Technik, foto

Gun falsch beleuchtetEgal was mancher über Weiberelectro denken mag: Rotersand ist in meinen Augen eine der, möglicherweise die stärkste Live Kapelle ihres Genres. Der Frontmann tut was er soll, kommuniziert ganz fabelhaft mit seinen Rezipienten undsieht dabei gut aus. Die Band verzichtet weitgehend auf aufgesetztes Posing und wenn die das doch machen, ist es cool. Die haben auch einen wirklich guten Live Keyboarder und Gitaristen, können sogar gut improvisieren und lassen alleine deshalb schon den Großteil der Konkurrenz alt aussehen. Doch obwohl Rotersand ein wie gewohnt gutes Set gespielt hat, am letzten Sonntag im Saint zu Oberhausen, war das gesamte eher enttäuschend. Denn so hat man im Saint erneut einen Trend in der Beleuchtung sehen können, der störend wie verbreitet ist, aber bei diesem Konzert bis zum Exzess ausgelebt wurde: Der Beleuchter verweigert die Band zu beleuchten.

Damit meine ich nun nicht, dass da wer das Licht aus gemacht hat. Nein keinesfalls. Licht war jede Menge da, aber dafür stets an der falschen Stelle. Um das zu präzisieren muss ich ein wenig über physikalische Grundlagen sprechen. Wenn es erwünscht ist, dass ein Objekt in der Dunkelheit sichtbar ist, so ist es notwendig, dass eine Lichtquelle so angebracht wird, dass jenes Objekt Licht in Richtung des Beobachters reflektiert. Was Trivial erscheint, geht offensichtlich über den Horizont mancher Konzertbeleuchter hinaus. So geht der angesprochene Trend dahin, die Personen auf der Bühne von hinten zu beleuchten. Zwar spricht nun nichts dagegen dies zu tun, solange man entweder will dass die jeweilige Person nicht, oder nicht richtig, gesehen werden soll, oder wenn die Beleuchtung von hinten nicht die einzige ist. Trifft beides nicht zu läuft was falsch. Im Saint ist das ziemlich falsch gelaufen, was aber vermutlich nicht am Saint lag, konnte man dort zum Beispiel Haujobb prächtig beleuchtet bewundern. Das Saint ist ein sehr gutes Konzertlokal.

Wie Brutal dieses Art der Beleuchtung ist kann man auf den Bildern sehen. Gun (links) ist nicht unbedingt die Heidi Klum unter denKrischan falsch beleuchtet. Musikern, muss aber nicht wirklich versteckt werden. Warum also den Hinterkopf beleuchten? Noch weniger verständlich ist die grüne Arschlampe weiter unten. Das tut nicht not. Beleuchtung von vorne? Fehlanzeige. Etwas Streulicht und die Scanner. Schlimmer noch auf der linken Seite. Krischan wird mit relativer Konsequenz auf einen Scherenschnitt seiner selbst reduziert. Und das obwohl er ein Gesicht hat das man zeigen darf.

Rasc hat es noch am besten. Er darf sich das Gesicht zu Beginn der Show mit Taschenlampen selbst beleuchten. Ansonsten gibt es noch was der gedimmten Tanzflächenbeleuchtung, seitlich, wenn er weit genug vorne steht aber nicht genug davon. Nun stellt sich die Frage wie sowas zu Stande kommt. Ich habe dazu eine Theorie und versuche mich so am Beleuchterprofiling. Ich vermute, die Person die das ganze verbrochen hat, zeichnet sich im besonderen aus durch zwei Eigenschaften. Sie ist egozentrisch und leicht debil. Ich werde meine Vermutung versuchen mit dem letzten Bild, ganz unten auf dieser Seite zu belegen. Auf jenem Bild sieht man, wovon ich vermute, was der Lichtverantwortliche gesehen hat als der Aufbau fertig war und er seine Lampen testete. Als der das gesehen hat, vermute ich, wird der gedacht haben: “Meine Güte! Die Scheinwerfer sehe voll geilokrasso aus, wenn die so den Nebel beleuchten.” Weil er das alles ganz alleine gemacht hat, kommt er sich dann vor wie unser Mann im All und stellt fest dass es gut ist. Weil er nicht so helle ist wie seine Lampen, stellt der dann den Gedankengang ein, bei dem er geklärt hätte, wie das ganze mit der Band auf der Bühne aussieht. Und aufgrund seiner egozentrischen Ader kommt er auch von Grund auf gar nicht zu der Idee, dass seine fantastischen Lampen irgendetwas tun könnten was über ihren Selbstzweck des Leuchtens hinausgeht.

Rotersand ist mit diesem Problem nicht alleine. Zum Beispiel Comichrist habe ich auch mal unter ähnlich suboptimalen Bedingungen gesehen. Da wurde in der Kufa fröhlich das Publikum beleuchtet. Zu dumm, dass diese Leute dazu tendieren zur Bühne zu schauen anstatt sich gegenseitig zu beglotzen.

Rotersand Bühnenbild

Daher will ich hier mit einem Appell enden: Liebe Beleuchter, beleuchtet eure Bands. Andere können das auch. Zum Beispiel hier: De/Vision. Der Mann hat einen merkwürdigen Kopf, aber wenigstens sieht man ihn. VNV-Nation beugt vor: Ronan Harris ist durch modernste Lichttechnik sogar sichtbar! Menschen bezahlen Geld um die zu sehen und für die kommen euren Lampen erst an zweiter Stelle. Beleuchtet die Band, nicht euer Ego.

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So, jetzt kommen die Fotos.

von jl am Aug.31, 2007, unter Festival, Konzerte, Musik, foto

Es hat mal wieder etwas länger gedauert als geplant. Aber immerhin, hier kommt der erste große Schwung Bilder vom diesjährigen, fabelhaften, M’era Luna ins Scherbenreich. Mehr davon gibt es noch im Sonic Seducer M’era Luna Special 2007 zu sehen. Dort dann auch vom großartigen Herrn Sackmann und von der elektrisierenden Frau Hüning. Liebe Grüße an Euch und an die Elite vom Platz. Gastro bedeutet Freibier.

Wer Bilder von Tool sucht: Wir haben welche aber posten keine. Eine debile Schrankwand drohte Jana auf dem Platz mit der Zerstörung ihrer Ausrüstung wenn sie nicht aufhöre Fotos zu machen. Eine Spitzenleistung. In der Tat setzte die Band ein geländeweites Fotoverbot mit eigenen überaus unfreundlichen Sicherheits(?)-Leuten durch. Aber keine Sorge. Wer es nicht gesehen hat: Abgesehen von psychedelischen Videoanimationen lieferten Tool gepflegte Langeweile und sahen dabei ziemlich bieder aus. Der heimliche Headliner mit der doppelten Menge Zuschauer war And One. Also: Qualitätswerkzeug gibt’s bei Hornbach, nicht beim M’era Luna.

Wir haben ziemlich viele schöne Sachen gesehen. Die Ketchupeuter des letzten Jahres waren wieder da, ob das Lineup vergleichbar war, bleibt insbesondere durch Deplatzierungen wie Tool die zu grotesken Bedingungen spielen zweifelhaft. Unsere Lakaien haben wie erwähnt die Herausforderung gemeistert und einen brauchbaren Auftritt hinbekommen, Altmeister wie Jean Luc DeMeyer oder Nivek Ogre sehen noch immer nicht alt aus und eine Menge junger Musiker zeigten dass sie sich nicht hinter ihren Vorgängern verstecken müssen. Zum Beispiel die beiden eindeutig noch verflixt jungen Burschen Von Necro Facility, deren Sound so unfassbar Vancouver war, dass ich mich nur noch wunderte.

Suicide Commando, nach 20 Jahren noch immer nicht tot, brachte es hingegen zur geschmacklichen entlgeisung schlechthin: Wenn man keine Ahnung hat wie man noch irgendwo jemanden provozieren kann, eine gar nichts mehr einfällt und einem alles egal ist, zeigt man tote Auschwitz Juden auf einer großen Videoleinwand. Bei derart dümmlicher Dreistigkeit fällt mir nichts mehr ein. Einfallsreich war hingegen die junge Frau Autmumn, denn die Praxis wärend eine Live Performance permanent Tee aus zu kleinen Tassen zu trinken ist fabelhaft skurril.

Schön oder skurril oder beides war auch wieder das Festivalpublikum. Wir finden es cool mehr Cybergothics gesehen zu haben denen es nicht peinlich war wundervollen Kreaturen wie Spongebob einem Platz auf dem Gelände zu geben. Groß war auch die Freude festzustellen dass es ausgerechnet dies waren die bei der Loveparade die definitiv coolsten Outfits getragen haben. Fabelhafte Sache. Große Freude.

Die Idee mit einem Wohnmobil zu fahren hat sich als Vorteil schlechthin erwiesen. Man schläft nicht nur bequemer ohne weiter weg zu sein, man muss auch auf keinen zivilisatorischen Luxus verzichten und dazu nicht einmal irgendwas auf- oder abbauen. Wir wissen nun: Wohnmobile sind das das Mittel der Wahl um zu Reisen. Nun was bleibt zu sagen? Abgesehen davon, dass wir in Straftanz in Utrecht verpasst haben erwies sich die Entscheidung zum Luna zu fahren wegen der guten Stimmung, des guten Wetters und der netten Leute als absolut richtig.

Wir freuen uns auf das Special des Sonic Seducers und dann etwas später, gibts noch einen kleinen Nachschub an Fotos hier. Wir bedanken uns für die Strapazen und verbleiben mit einem Link zur Galerie:

http://bilder.scherbenreich.de/

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Gute Idee, schlechte Idee.

von jl am Jun.25, 2007, unter Festival, Konzerte, Musik

Gute Idee: Kinder nicht Jesus on Extasy hören lassen.

Schlechte Idee: Kinder Jesus on Extasy hören lassen.

Naja, zumindest bei dieser Lautstärke. Aber ernsthaft, egal wie man zu peinlichen Künstlernamen und mittelmäßigen Industrial Rock steht: Liebe Eltern, sorgt euch um das Gehör Eurer Kinder! Es könnte sonst sein, dass sie es sich nicht einmal aussuchen können womit sie sich ihr Gehör ruinieren.

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And One.

von jl am Jan.23, 2007, unter Konzerte, Musik, foto


Für alle die das sehen wollen: Bilder vom And One Konzert im Duisburger Pulp (2006). Einen ausführlichen Bericht und noch ein paar Bilder gibt es im aktuellen Sonic Seducer.
Die Liveperformance von And One ist beachtlich. Ohne ansatzweise langweilig zu werden spielten die Jungs 36 Stücke, das Konzert dauerte fast 3 Stunden, die Stimmung war bestens und der Sound überaus stimmig. Anderswo bekommt man nicht halb soviel fürs Geld.

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Pzychobitch vs. Freizeichen.

von jl am Jan.21, 2007, unter Konzerte, Musik, foto


Vor schätzungsweise 150 Zuschauern im ausverkauften Club Djäzz in Duisburg traten Pzychobitch Oberhausen gegen die starke Heimmannschaft Freizeichen im elektronischen Freistilkampf an. Beide Teams traten in gewohnter Aufstellung in die Arena. Schiedsrichter war der unwiderstehliche, Feenstaub verteilende Goldenboy.
Freizeichen eröffnete selbstbewusst die Party, Pzychobitch antwortete der zunächst überlegen erscheinenden Heimmannschaft mit einem überraschenden Offensivkonter. Obwohl beide Teams in ihrer Leistung überzeugten, konnten weder die ekstatischen Ausfälle des Oliver Woidt noch die Goldkonfettiattacken von Stefan Böhm eine Entscheidung herbeiführen. Beide Teams rangen zur Freude der begeisterten Zuschauer bis zur letzten Minute mit kunterbunten Smarties, prickelnder Erotik und allen anderen Mitteln um einen Vorteil, dennoch erklärte Goldenboy abschließend ein auf beiden Seiten verdientes Unentschieden.

Es ist zu hoffen, dass es noch weitere, spannende Matches dieser Art zu bestaunen gibt. Obwohl der fliegende Wechsel zwischen zwei gegenüberliegenden Bühnen einen gewissen Tennis Effekt mit sich bringt, ist der Vorteil, dass fast jeder mal vorne steht doch recht erfreulich. Die fabelhaft schrulligen Texte von Freizeichen geben dem recht elaborierten Electrosound einen enormen Spaßfaktor. Das Pzychobitch Set war erfreulich druckvoll und Sina wirkt als Frontfrau noch überzeugender als vor einigen Jahren, als ich sie das letzte mal bei einem Auftritt sah.
Die Veranstaltung war äußerst erfrischend. Für alle die sich visuell überzeugen möchten, Fotos gibt es hier: Klick mich!


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Lebendige Brandung.

von jl am Jul.14, 2006, unter Festival, Konzerte, foto


Bei dem Auftritt der Band “The Toasters” bei dem Festival Bochum Total, da gab es sie gestern zu sehen, jene mutigen oder manchmal einfach betrunkenen Menschen, die einen Augenblick lang mehr Vertrauen in ihre Mitmenschen haben, als die meisten jemals für möglich halten. Jenes unfassbare Urvertrauen das sich sonst nur Säuglinge erlauben können, einem Fremden zu sagen: “Trag mich auf Händen und lass mich nicht fallen.” Die Könige für Sekunden: Crowdsurfer.
Ihr oft wenig majestetisches Gleiten auf der Menge gleicht häufig einem Viermaster auf rauhester See; eine ständiges Eintauchen in die Tiefe, nur die Glieder über den Wellenköpfen, schliesslich wieder auftauchend auf höchster Hände schäumender Gischt.
Nur die Uneingeweihten sehen da einfach Menschen die getragen werden, denn bei näherer Beobachtung erkennt man in den Bewegungen einen Spiegel des Charakters. Zwischen nietenbewehrten Schlachtschiffen und sanft gleitenden Seglern findet man Gelegenheitssurfer und Wiederholungstäter; Bauchgleiter, Rückensurfer oder Rollende, Strebsame und Planlose, Verbissene und Lachende sowie zahlose Kombinationen daraus. Letztendlich versinken sie endgültig und werden zur Welle, werden von Ordnern abgefischt oder erleiden Schiffbruch.

Ich habe einige dieser schwebenden Momente festgehalten. Die Bilder unterliegen einer CreativeCommons Lizenz:
Creative Commons License


Gestört.

von jl am Jun.19, 2006, unter Festival, Konzerte


Bitte sehr, meine geliebten Mitbetrachter, hier sind die restlichen Bilder aus dem Infraschall-Land. Aufgrund der schwierigen Lichtverhältnisse, hat es z.T. nur für den monochromen Spass gereicht. Aber das macht mir nichts. Euch auch nicht, hoffe ich.

Bilder gibt es hier.

Creative Commons License
Diese Bilder unterliegen der Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 2.0 Germany License.

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Alles andere als billig.

von jl am Jun.18, 2006, unter Festival, Konzerte, Musik


Ich verkünde: Der eingehende Test des Oberhausener Clubs “Saint” als Veranstaltungsort schweröltriefender Industrial-Noise Events war erfolgreich. Obzwar die Anzahl der Zuschauer zunächst suboptimal erschien, entwickelte sich ein Event dominiert von einem sehr gut gestimmten Publikum, überraschenden Live Acts, von Basslines, tief wie der Abgrund und Frequenzspitzen, schärfer als mein Verstand.

Sick En For brach das Schweigen mit mit einem Teils etwas schwerfällig wirkenden, aber umso kraftvoller rollenden Set. Die an guten EBM erinnernden Bassläufe bildeten eine aromatische Mischung mit harten Percussions und wirkten trotz der berichteten technischen Schwierigkeiten recht elaboriert. Das folgende Set der zwei Defekt Burschen offenbarte ihr Projekt als Überraschung des Abends. Nach dem Konzept “Form follows Function” verzückten sie mit overheadfreien Brechstangenbeats und reinblütigen Grooves. Trotz der kurzen Vorbereitungszeit, der Grossteil der gespielten Stücke waren nicht älter als eine Woche, besteht kein Zweifel daran das Defekt vewirrenderweise funktioniert.

Samplesamurai Nin Kuji überollte den Raum mit einer Welle von meisterlich geschnittenen Samples zwischen Oswald Kolle und der Post-Apokalypse und dominierte die Szene mit einer einnehmenden Erscheinung. Ein Mike Bruns hätte sicher aufgehorcht. Anstrengender als bei Defekt gestaltete sich das Verfolgen der Grooves und Cuts, obschon der rote Faden dieselbe Richtung, nämlich vorwärts, deutete. Tsuji-Giri.

Dann Störfunk, bei der Bitstream überzeugend, hier eher verwirrend ließ den Zugang zur Veranstaltung bei vielen Anwesenden vorübergehend abreißen. Einschließlich mir. Ich weiß nicht, was Störfunk mit diesem Set, in diesem Kontext kommunizieren wollte, viele verstanden offensichtlich etwas wie: “Auf dem Parkplatz ist es auch nett”. Der Haupteindruck des größtenteils percussionfreien und analog blähenden Sets war schmerzhaft.

Leif Künzel setzte den Live Acts mit Mono No Aware einen würdigen Abschluss. Wie gewohnt hinterließ er einen Eindruck von ehrlichen und reinen Enthusiasmus, der sich in Gestalt und Bewegung ebenso manifestierte wie in den standortklaren Grooves und harten Sounds die keine Fragen offen ließen. Mono No Aware bildet so einen Monolithen der Referenz an dem sich andere messen müssen, Schluss und Zugabe waren zwar diskussionswürdig (was war das und warum tat das so weh?) aber ist Polarisation doch stets ein Anzeichen künstlerischen Ausdrucks.
Malstroms Rahmenprogramm war ansprechend und passend. Insgesamt wirkte der Event ausgewogen und rund und für eine Wiederholung prädestiniert. Das 5€ Sparpaket erwies sich als keineswegs billig.

Einen Stapel erster visueller Eindrücke gibt es hier. Die Tage kommen mehr.

Creative Commons License
Diese Bilder unterliegen der Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 2.0 Germany License.

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