Musik
Heimataerde bringt eine eigene Pflegeserie.
von -jl- am Apr.27, 2010, unter Kunst, Medien, Musik, werbung
Sicher haben einige die Werbung in den Schattenmagazinen gesehen. Das Kettenhemdindustrial Projekt “Heimataerde” wirbt seit neuestem mit oder für eine Pflegeserie. Ja, ich habe es zunächst auch für einen Witz gehalten, aber seit dem heutigen Tag liegt mir eine Probepackung Heimataerde aus der “Unwesen Beautyrange” vor. Das ist nicht ohne Humor aber zur allgmeinen Überraschung steckt da offenbar ein gewisser Ernst drin. Schließlich wird wohl jeder unterschreiben können, dass die sonnenlichtfeindlichen Szenegänger häufig eine bessere Hautpflege gebrauchen könnten. Bevor ich aber, wie es sicher morgen alle tun werden, darüber sinniere was für einen Sinn es macht Pflegeprodukte unter diesem Label auf den Markt zu bringen, habe ich beschlossen das Produkt einfach mal auszuprobieren und aufzuschreiben was es ist und was es tut.
Das mir vorliegende Päckchen ist offenbar das Kernprodukt der Unwesen Serie und hat nennt sich Heimataerde. Das Zeug kommt in einer 200 Gramm schweren Packung aus tiefschwarzen, teil-lackierten Karton daher. Alleine die Oberfläche der Verpackung fühlt sich wertig und edel an. Auf der Vorderseite ist in lackiertem Prägedruck das Projekt Logo mit dem untoten Kreuzritter aufgebracht. Diese wirklich schicke Verpackung enthält neben einem Begleittext in Deutsch, Latein und Aramäisch (!) eine Papiertüte mit einem braunen Staub, der irgendwie angenehm nach frischer Erde riecht. Die Anleitung sieht vor die “Heimataerde” mit Wasser anzurühren und mit einem Pinsel als Gesichtsmaske aufzutragen. Das probiere ich aus.
Die Erde ist hauchfein und staubtrocken. Mit einer kleinen Menge Wasser vermengt, ergibt sich ein äußerst feiner, geliger Schlamm, den ich wie man auf den Fotos sehen kann, als Maske aufgetragen habe. Die Augenpartie solle man aussparen sagt die Anleitung. Unabhängig jeglicher anderer Wirkung sieht man nach dem auftragen mächtig untot aus. Als Einwirkungsdauer wird der Trocknungsprozess angesetzt. Während der Trocknung beginnt die langsam erstarrende Maske zu spannen, die Haut darunter fühlt sich angenehm kühl an. Nach etwa 15 Minuten wasche ich die mittlerweile trockene Masse mit warmen Wasser vom Gesicht.
In der Tat fühlt sich das gesamte Gesicht nach der Behandlung angenehm sauber an. Ich habe den Eindruck, das die Maske überschüssigen Talg aus den Poren zieht, kleine Unreinheiten waren nach der Behandlung verschwunden. Ich konnte zwar eine leicht trockene Haut feststellen, aber meine Gesicht blieb frei von Rötungen und Reizungen. Inwieweit das jetzt unsterblich macht weiß ich nicht. Ich halte jede Spekulation in dieser Richtung für zweifelhaft und unseriös. Unseriös ist Produkt als solches jedoch nicht. Heimataerde setzt auf natürlichen Ravensburger Lössboden und drückt etwas Altem und Bewährten ein modernes Label auf. Ich bin gespannt auf den Rest der Serie und überlasse jede etwaige Diskussion über “Ausverkauf” und sonstiger Idiotie anderen. Daumen hoch, Ash!
ASP, das WGT und die Faschisten.
von jl am Jun.18, 2009, unter Festival, Medien, Politik
Ich bin kein Freund von ASP. Das liegt nicht nicht an den Leuten, von denen man viel nettes hört, sondern an dieser furchtbaren Musik. Nicht, dass ich das handwerklich kritisieren könnte, die machen das sicher alles richtig, aber es ist einfach nicht meins. Diese Finsterkapelle ASP hat am 11. Juni etwas getan, das ich als so richtig, so notwendig und so unterstützenswert halte, dass ich mir jetzt fast eine Platte von denen kaufen würde, nur um sie an bedürftige Junggothen zu verschenken. ASP hat mit einem offenem Brief eine Position bezogen. Eine solide, vernünftige, aufrechte Position die mir so sehr entspricht, dass ich mich gerne dahinter stelle. In einem offenen Brief an die Treffen & Festspielgesellschaft für Mitteldeutschland mbH schreibt ASP:
“[...]Natürlich wird in Fachkreisen diskutiert, ob und welche Ursprünge speziell auch das von Ihnen abgebildete Symbol in der älteren Geschichte hat, aber die Herkunft der auf der “Obsorgekarte” dargestellten Version ist leider eindeutig:
Es handelt es sich zweifelsfrei um eine spezielle, charakteristische Darstellung mit 12 Sieg-Runen, die – allen recherchierbaren seriösen wissenschaftlichen Erkenntnissen nach – zum ersten mal in der von Heinrich Himmler dahingehend umgebauten Wewelsburg (“SS-Schule Haus Wewelsburg”) auftauchte. In der Gegenwart wird das Symbol in dieser speziellen Art von neofaschistischen Gruppierungen als Erkennungszeichen verwendet.”
Wer, wie ich, nicht dort war und sich nicht mit dieser “Obsorgekarte” in öffentlichen Verkehrsmitteln ausweisen musste [Edit nach Hinweis von Kleine Welle, siehe unten] wird diese Abbildung links lieben: Eine schwarze Sonne!
Natürlich hat ASP recht wenn sie sagen, dass sie damit nicht in Verbindung gebracht werden wollen: Ich will es auch nicht! Auch ich will nicht als Besucher, als Künstler, als Journalist mit grenzdebiler fascho-koketiererei in Verbindung gebracht werden. Am 16. Juni bezogen Verantwortliche, nicht aber die Gesellschaft zum offenen Brief des ASP Stellung und die Begründung des Einsatzes der schwarzen Sonne ist haarsträubender als erwartet:
“Hallo, wir haben bei den WGT Layouts immer einen historischen Bezug eingearbeitet – in diesem Jahr die Hermannsschlacht auch Schlacht im Teutoburger Wald genannt, die sich zum 2.000sten Male jährt.”
Die Hermannsschlacht? Wie konnte ich das nur vergessen!? Die Germanen die unter dem Banner von Himmlers zwölf Siegrunen die Varus Legionen bezwungen! Dieser Zusammenhang wäre mir alleine niemals aufgefallen! Kameraden der Treffen & Festspielgesellschaft für Mitteldeutschland mbH: Respekt! Mit deratiger Kreativität habe ich nicht gerechnet. Großer Gott, fragt 1000 Deutsche nach dem Zusammenhang zwischen der Varusschlacht und der schwarzen Sonne und ihr werdet feststellen, dass die ähnlich ratlos schauen werden wie ich. Gesetzt dem Fall dieses Konstrukt wäre irgendwie stichhaltig, niemand versteht das. Auf der Obsorgekarte ist eine schwarze Sonne und die hat in keinem relevanten Zusammenhang irgendwas mit der Varussschlacht zu tun! Schlimmer noch: Man nimmt es offenbar billigend in kauf, ein neofaschistisches Symbol auf Eintrittskarten zu drucken, während es eine Vielzahl anderer Symbole gibt die man im Varuszusammenhang zeigen könnte. Warum sollte es notwendig sein, ein im höchsten Maße negativ behaftetes Symbol zu verwenden, wenn es doch so viele andere Methoden des esoterischen Yada-Yadas gibt? Ich erkenne keine Notwendigkeit überhaupt irgendwelchen Panastralen germanischen Unfug zu nutzen: Wir sprechen vom Wave Gothik Treffen. Nicht von einer Zusammenkunft der Heimatforschenden Esoterik Gemeinde. Die darf sich gerne auch dort versammeln , ich bin da offen und schmerzfrei, aber ich sehe da auch und zu weiten Teilen die großartigen Fraktionen Cybergothic, Industrial, Dark Electro, Techno, Electronic Body Music, Post-Punk und so weiter und so fort. Das WGT ist keine Esoterikmesse, sondern weltweiter Sammelpunkt kultureller Abweichler. Es ist seit vielen Jahren viel mehr als Darkwave und schwarze Messen, sondern eine Marktplatz kluger, vielfältiger Menschen, die den kulturellen Mainstream nicht akzetpieren wollen und können.
Wenn Symbole wie die schwarze Sonne an einer prominenten Stelle auftauchen, dann hat das einen Grund, denn es ist unglaubwürdig, das man im Marketinggeschäft die Risiken der wahrscheinlichen Diskussion in den Wind schlägt. Die Veranstalter wissen von den möglichen Implikationen und nehmen sie billigend in kauf. Wer das tut will nicht nur provozieren, wer das tut möchte mit faschistoiden Symbolen die Subkultur penetrieren, Himmlers Symbolik Salonfähig machen oder einfach selber Stellung beziehen. Sven Borges und Mike Schorler distanzieren sich in ihrer Stellungnahme zum ASP Brief nicht einmal von derartigen Möglichkeiten der Interpretation, so heisst in ihrem Brief lediglich:
“Das offizielle Erscheinungsbild des Treffens ist prinzipiell frei von eindimensionaler Verwendung von Erkennungszeichen, welcher Herkunft auch immer.”
Eindimensional? Daraus lese ich, dass man damit also nicht nur das “Innere Licht” der Germanen meint. Eine andere Bedeutung, z.B. jene aus der Wewelsburg, Nähe KZ Sachsenhausen, umgabaut durch Zwangsarbeiter des KZ Sachsenhausen, später ausgestattet mit einem eigenen Gefangenenlager, KZ Niederhagen/Wewelsburg, scheint folglich den Veranstaltern auch akzeptabel zu sein. Wenigstens wird das Gegenteil nicht behauptet. Die Aussage
“[...]keiner von uns Kulturschaffenden hat in irgendeiner Weise das Ansinnen, mit der Veranstaltung WGT politische Ziele zu verfolgen.”
kann man in diesem Zusammenhang nur mit Mühe als glaubwürdig betrachten. Auch die Tatsache, dass das Symbol nur auf den “Obsorge-”, nicht aber auf den Eintrittskarten sichtbar ist, beruhigt nicht. Wenn auch nur ein Drittel der Besucher diese Karte hatte ist das zu viel. Es ist kein Prädikat, wenn eine Veranstaltung nur ein wenig faschistoid anmutet. Wir können diese Diskussion gar nicht gebrauchen. Die Antwort der geschätzten Kollegen von ASP ist vollständig, vernünftig und richtig und ich will sie hier so stehen lassen:
“Lieber Sven, lieber Mike,
vielen Dank für Eure Antwort auf unseren offenen Brief. Mit Bedauern haben wir feststellen müssen, dass nicht die Treffen & Festspielgesellschaft für Mitteldeutschland mbH, also die Veranstalter des Wave-Gotik-Treffens, und damit die für das Erscheinungsbild der Veranstaltung Verantwortlichen unterzeichnet haben.
Auch danken wir Euch für das Statement “mit der Veranstaltung WGT keine politischen Ziele zu verfolgen”. Dennoch sind wir der Meinung, dass die politischen Mehrdeutigkeiten damit nicht aus dem Weg geräumt werden konnten. Unsere Frage, warum das – unserer Meinung nach hochpolitisch belastete – Symbol der “Schwarzen Sonne” benutzt wurde, wurde leider nicht beantwortet. Es existiert keine historische Verbindung zwischen der erwähnten “Herrmannsschlacht” und dem Symbol. Im Gegenteil: bedauernswerterweise ist nur darin eine Verbindung erkennbar, dass beide Themen in neofaschistischen Gruppierungen einen hohen Stellenwert einnehmen.
Wir hatten eine klare Stellungnahme der Treffen & Festspielgesellschaft für Mitteldeutschland mbH erwartet. Zunächst unabhängig davon, ob die Benutzung des politisch brisanten Motivs aus Unkenntnis, mangelnder Recherche, aus Versehen, aus Provokation zu Marketingzwecken, in voller politischer Absicht oder aus einem anderen Grund geschah.
Solange wir von den Verantwortlichen darüber keine klare Aussage erhalten, müssen wir Euch mit Bedauern mitteilen, dass wir in Zukunft weder als Besucher auf dem Wave-Gotik-Treffen zu Gast sein werden, noch als Teil des Musikprogramms dort zur Verfügung stehen werden.
Die Band ASP”
Reportagen und Konzerte
von Jana am Jun.17, 2009, unter Intern, Konzerte, Musik, foto, video
Was Bilder betrifft, war das Vorhaben eigentlich eindeutig und einfach: Scherbenreich soll keine riesengroßen Mengen an Bildgallerien mehr beinhalten. Es sollte portfolioähnlich sein.
Kein Kategorienwust mehr und Übersichtlichkeit war geplant. Soweit hat sich das Konzept auch bewehrt. Bis zum letzten Samstag an dem X-Divide in Bonn Ihr Video zu dem Song “Forever” drehten, bei dem auch Straftanz dabei waren. Dort sind eine ganze Menge Bilder entstanden die natürlich auch alle Beteiligten sehen wollten. Wir haben uns also Gedanken gemacht. Lade ich das ganze auf Myspace hoch und ärgere mich dann anschließend über die absolut miese Qualität die dort beim runterkompremieren der Bilder entsteht? Verschicke ich alle Bilder an jeden der sie will per E-mail? Oder machen wir doch noch eine neue Sektion für solche Gelegenheiten auf? Wir haben uns für einen neuen Bereich entschieden, der zukünftig Bilder von eben solchen Events, Festivals, Konzerten etc, beinhalten wird.
Reportage / Concerts heißt das Kind. Was wir genau tun um das ganze so übersichtlich wie möglich zu gestalten wissen wir noch nicht endgültig, aber uns fällt sicher was ein!
Hier findet Ihr die Bilder die für das ganze verantwortlich sind.
Elekktroshokk Festival 2008.
von -jl- am May.05, 2009, unter Festival, Musik, video
Zur Vollständigkeit das Video, das ich bereits auf dem Straftanz Myspace profil gepostet habe.
2009: Blackfield statt Amphi.
von jl am Jul.22, 2008, unter Festival, Konzerte, Musik
Endlich genug Grund zur Freude und genug Leid zur gleichen Zeit um hier mal wieder ungefragt zu etwas Stellung nehmen zu müssen. Und zwar zum bisherigen Festivalsommer. So hatte ich im Ablauf weniger Tage gleich aufeinanderfolgend die Gelegenheit zu beobachten, wie unterschiedlich recht ähnliche Festivalprojekte aussehen können. Namentlich rede ich vom Amphi Festival am Tanzbrunnen zu Köln und dem Blackfield Festival am Amphitheater Gelsenkirchen. O
bwohl das Blackfield hier ein gutes Stück kleiner ausfällt als der Kölner Event, sind die beiden noch in ein und dieselbe Klasse, der Mittelgroßen Indie Feste, einzuordnen und gerade wegen dieser grundsätzlichen Vergleichbarkeit, ist es hier möglich einmal darzustellen, wie man so etwas richtig oder falsch machen kann. Ja, in der Tat geht bei diesen Events die Erlebnissqualität derart diametral auseinander, dass man hier in der Tat von Gut und Böse, Schwarz und Weiß reden kann. So lassen sich hier Archetypen der Festivalorganisation aufzeigen, darstellen und am lebendigen Beispiel betrachten wie es sonst nur selten möglich ist.
Mein Betrachungswinkel.
Ich möchte die Betrachtung dabei möglichst objektiv ausfallen lassen und will zu diesem Zweck etwas außer acht lassen: Das Line-Up. Ich gehe davon aus, dass beide Feste ein durchaus hochwertiges welches auf die Beine stellen konnten und will nicht darüber reden, ob Deine Lakaien konkret krasser sind als Lacrimosa, oder ob Heimataerde Nachtmahr total gekreuzzugt hätte. Auch die Tatsache, dass das Blackfield mit nur einer Bühne ein kleineres Line-Up anbot will ich hier zunächst außen vor lassen. Nicht einmal den Eintrittspreis will ich einbeziehen. Anstelle dessen vermute ich einfach, dass der Ticketkäufer einfach aufgrund der Angebotsbeschreibung geneigt ist, das Fest zu besuchen und das angekündigte zum jeweiligen Preis für angemessen hält.
Notwendige Kriterien für ein gutes Fest.
Damit ein Festivalbesuch im allgemeinen als erfolgreich betrachtet werden kann sind eine recht überschaubare Menge von Vorraussetzungen als gegeben zu betrachten:
Der Gast muss die Band sehen können wegen der er gekommen ist. Er muss innerhalb eines angemessenen Zeitraumes seine Stoffwechselendprodukte entsorgen können. Auch der Zugang zu sonstigen Einrichtungen sollte zügig gehen. Er sollte sich sicher fühlen, nicht gegängelt. Die Preise sollten angemessen sein um ein Gefühl von Abzocke im Keim zu ersticken. Um diese Grundlegenden Axiome zu erfüllen, sind folglich bestimmte Einrichtungen notwendig und sie sind richtig zu planen und aufzustellen. An dieser Stelle beginnen Blackfield und Amphi sich zu trennen.
Blackfield vs. Amphi.
Während das Blackfield zwar über keine fest installierten sanitären Anlagen verfügt, hat es davon aber wenigstens angemessen viele. Dass der Amphi Veranstalter damit wirbt “Keine Dixiklos” zu nutzen wird zu puren Zynismus.
Da wird das schlimmste Dixiklo oder der nächste Busch nach Toilettenwartezeiten bis zum Kolikschmerz zu einer strahlenden Vision. Dabei ist anzumerken, dass auch das Blackfield nicht auf Chemie, sondern aus fließendes Wasser setzte. Toilettewagen sind eine verfügbare und bezahlbare Dienstleistung.
Eine gute Sicherheit ist der nächste Punkt. Diese sollte nicht nur im Sinne des Veranstalters, sondern im besonderen auch im Interesse von Publikum und Künstlern handeln. Wer Konzerte und Festivals im Schwarzen Sektor kennt, der weiß, dass hier keine Kriseninterventionskräfte notwendig sind, sondern das eher de-eskalierend wirksame, nach Möglichkeit nicht völlig szenefremde Sicherheitsleute, mit der Fähigkeit wohlgeformte Sätze zu sprechen, die richtige Wahl sind. Auch hier Schlug das Amphi Festival in so grenzeloser Art und Weise fehl, dass man nur noch von einer Travestie des Konzeptes Ordnung sprechen kann. Da wurden der größte Unsinn mit großer Mühe umgesetzt. Menschen wurden durch einen viel zu kleinen unbeleuchteten Durchgang in eine für den Andrang unterdimensionierte Halle gequetscht. Wartezeiten von 30 Minuten und mehr waren keine Seltenheit. In dem düsteren Durchgang der direkt vor ein Gitter führte war bei gedämpfter Bühnenbeleuchtung präzise nichts zu sehen, was zu Rempeleien, Stürzen und möglicherweise hemmungslosen Sex geführt hat, wobei letzteres zumindest niemanden aufgefallen wäre. Um zur Toilette zu kommen musste man diese Halle natürlich verlassen und die Prozedur von neuem beginnen. Einige Durchgänge wurden bewacht, aber diverse “Ausnahmen”, offensichtlich nach Gesicht, führten mehrfach zu Diskussionen. Mitbesucher konnten beobachten wie zwei Security Leute einen Mann verfolgten der drohte diese Unregelmäßigkeiten zu melden und dabei lässig den Zugang unbewacht ließen, der Grundlage des Disputs war. Aber ich will der Sicherheit selbst auch nicht zu viel ankreiden, denn offensichtlich widersinnige Anweisungen der Leitung tragen nicht zur Motivation bei. Künstler waren nicht dazu in der Lage, Ausrüstung und Freundin gleichzeitig zu ihrem Fahrzeug zu bringen, weil diese nicht mal ihre Freundin Backstage eskortieren
durften. Eine gute Maßnahme vielleicht wenn man die Künstler aus dem Backstage jagen und zu mehr Publikumskontakt bewegen möchte. In diesem Rahmen führte das aber nur zu absurden Situationen, zusätzlichen langen Diskussionen und zu verärgerten Künstlern die sich nicht so wirklich ernst genommen fühlten. Das kann für die sonstigen Besucher zwar eigentlich egal sein, aber normalerweise ist es doch so, dass bei einem Fest für eine positive Stimmung wert gelegt werden soll. Künstler im Publikumskontakt die Grund zum nörgeln haben gehören da aber sicher nicht zu den wünschenswerten Konstellationen. Insbesondere dann nicht, wenn Musiker nach dem Tag ihres Konzertes nicht wieder kommen dürfen, ohne ein Ticket zu kaufen. Das ist schon kleinkariert, wenn auf der anderen Seite die Verkaufskarten nicht angemessen limitiert werden. Der Überverkauf an Karten war an allen Ecken und Enden spürbar. Die Schlangen waren überall lang, auch bei den Fressbuden und Getränkehändlern, die zu allem Überfluss auch noch selbst für Festivalverhältnisse teuer waren. 4€ für einen halben Liter Wasser ist absurd, aber da nicht mal Tetrapacks auf dem Gelände gestattet waren, ein machbarer Preis. Jede Bude gab dabei unterschiedliche Pfandmarken heraus und nahm die Behälter der anderen nicht an. Skuril, schlicht skuril. Die beiden Frauen an der Kasse die rund 10 Minuten pro Person brauchten um einen Namen auf einer EDV gestützten Gästeliste zu finden seien nur am Rande erwähnt.
Wie sah das beim Blackfield aus? Da gibt es wenig zu berichten. Alle konnten schnell und sicher überall hinein und hinaus laufen. Die Sicherheit erschien nicht nur Kompetent, sondern beinhaltete durchaus clevere, nette und kompetente Leute die zum Teil sogar einen Szenebezug hatten und wissen wie man auch mit den Leuten umzugehen hat, die nicht in die Kategorie des hilflosen Betrunkenen, oder des Profi-Randalierers fallen. Die Künstler hatten einen eigenen Zugang zum Bühnenbereich, der Transport der Ausrüstung wurde zum Kinderspiel. Das ist alles. Keine Beschwerden, keine Probleme. Warum sich weiter anstrengen? Man kann ja einfach erstmal glücklich damit sein, dass sich alle so furchtbar freuen. Anwesende Verantwortliche hatten stets die Ohren offen für etwaige Kritik, Detailverbesserungen können so zum nächsten Jahr in Angriff genommen werden. Und selbst hier wird nachgefragt: Das Blackfieldprogrammheft beinhaltete in der Tat einen Bewertungsbogen, wie er bei moderner Qualitätssicherung üblich ist. Die Folge ist eine positive, entspannte Stimmung beim Blackfield Festival im Gelsenkirchener Amphitheater, mit ordentlichen Shows motivierter Leute.
Das Urteil:
Es bleibt mir unklar was Veranstalter dazu treibt seine Stakeholder zu verärgern, was ihn davon abhält bei einem ausverkauften Festival einen zusätzlichen Toilettenwagen zu mieten. Dieses Verhalten macht einfach keinen Sinn. Das
Amphi Festival riecht, hier im Gegensatz zur Konkurenz, stark nach dem Willen zu einem grenzenlosen Wachstum jenseits von Vernunft. Es geht scheinbar nur um Quantität, um Zahlen, vielleicht auch irgendwelche Ego Geschichten das größte zu haben. Aber es geht kaum um das Pulikum und sicherlich zuletzt um einen Gemeinschaftsgedanken.
Zuletzt die Gerüchteküche: Dass Mike Kanetzki, bekannt für seine sehr erfolgreiche EOD Partyserie, seine Party in der Essigfabrik im Kontext des Festivals beworben hat ist dumm, denn er hat gar keine Rechte am Namen des Amphis. Aber das Amphi Festival reagiert da gleich wie ein Profi: Kanetzki, überall szenebekannt, bekommt nicht etwa einen unfreundlichen Anruf sondern wird gleich kostenpflichtig abgemahnt. Gerüchteweise im vierstelligen Bereich, mit Unterlassungerklärung und allem was dazu gehört. Und das bei einem vermutlich kaum vorhandenen Schaden: Der Wartesaal, Location des offiziellen Warmups hat vielleicht 800 Personen Kapazität. Die Essigfabrik fasst möglicherweise etwas mehr Leute, aber ernsthaft: Wer glaubt bei einem mit 13000 Tickets ausverkauften Festival mit einer Warmup Party für nur 800 Leute den ganzen Mob bedienen kann und dabei auch noch glaubt, eine zweites Angebot könne da in er Tat kommerziell schaden, der stellt auch zu wenig Toiletten auf. Der Gästepool ist groß genug. Was rechtmäßig ist, ist nicht gleich guter Ton. Von irgendwelchem “Für die Szene” Gewäsch kann hier keine Rede mehr sein, das ist Hauen und Stechen auf höherem Niveau. Rechtmäßig oder nicht, so was hinterlässt einen faden Beigeschmack.
Meine Empfehlung: Blackfield 2009. Mit VNV-Nation. Ohne idiotie.
Konzertbeleuchtung.
von jl am Nov.08, 2007, unter Konzerte, Kunst, Musik, Technik, foto
Egal was mancher über Weiberelectro denken mag: Rotersand ist in meinen Augen eine der, möglicherweise die stärkste Live Kapelle ihres Genres. Der Frontmann tut was er soll, kommuniziert ganz fabelhaft mit seinen Rezipienten undsieht dabei gut aus. Die Band verzichtet weitgehend auf aufgesetztes Posing und wenn die das doch machen, ist es cool. Die haben auch einen wirklich guten Live Keyboarder und Gitaristen, können sogar gut improvisieren und lassen alleine deshalb schon den Großteil der Konkurrenz alt aussehen. Doch obwohl Rotersand ein wie gewohnt gutes Set gespielt hat, am letzten Sonntag im Saint zu Oberhausen, war das gesamte eher enttäuschend. Denn so hat man im Saint erneut einen Trend in der Beleuchtung sehen können, der störend wie verbreitet ist, aber bei diesem Konzert bis zum Exzess ausgelebt wurde: Der Beleuchter verweigert die Band zu beleuchten.
Damit meine ich nun nicht, dass da wer das Licht aus gemacht hat. Nein keinesfalls. Licht war jede Menge da, aber dafür stets an der falschen Stelle. Um das zu präzisieren muss ich ein wenig über physikalische Grundlagen sprechen. Wenn es erwünscht ist, dass ein Objekt in der Dunkelheit sichtbar ist, so ist es notwendig, dass eine Lichtquelle so angebracht wird, dass jenes Objekt Licht in Richtung des Beobachters reflektiert. Was Trivial erscheint, geht offensichtlich über den Horizont mancher Konzertbeleuchter hinaus. So geht der angesprochene Trend dahin, die Personen auf der Bühne von hinten zu beleuchten. Zwar spricht nun nichts dagegen dies zu tun, solange man entweder will dass die jeweilige Person nicht, oder nicht richtig, gesehen werden soll, oder wenn die Beleuchtung von hinten nicht die einzige ist. Trifft beides nicht zu läuft was falsch. Im Saint ist das ziemlich falsch gelaufen, was aber vermutlich nicht am Saint lag, konnte man dort zum Beispiel Haujobb prächtig beleuchtet bewundern. Das Saint ist ein sehr gutes Konzertlokal.
Wie Brutal dieses Art der Beleuchtung ist kann man auf den Bildern sehen. Gun (links) ist nicht unbedingt die Heidi Klum unter den
Musikern, muss aber nicht wirklich versteckt werden. Warum also den Hinterkopf beleuchten? Noch weniger verständlich ist die grüne Arschlampe weiter unten. Das tut nicht not. Beleuchtung von vorne? Fehlanzeige. Etwas Streulicht und die Scanner. Schlimmer noch auf der linken Seite. Krischan wird mit relativer Konsequenz auf einen Scherenschnitt seiner selbst reduziert. Und das obwohl er ein Gesicht hat das man zeigen darf.
Rasc hat es noch am besten. Er darf sich das Gesicht zu Beginn der Show mit Taschenlampen selbst beleuchten. Ansonsten gibt es noch was der gedimmten Tanzflächenbeleuchtung, seitlich, wenn er weit genug vorne steht aber nicht genug davon. Nun stellt sich die Frage wie sowas zu Stande kommt. Ich habe dazu eine Theorie und versuche mich so am Beleuchterprofiling. Ich vermute, die Person die das ganze verbrochen hat, zeichnet sich im besonderen aus durch zwei Eigenschaften. Sie ist egozentrisch und leicht debil. Ich werde meine Vermutung versuchen mit dem letzten Bild, ganz unten auf dieser Seite zu belegen. Auf jenem Bild sieht man, wovon ich vermute, was der Lichtverantwortliche gesehen hat als der Aufbau fertig war und er seine Lampen testete. Als der das gesehen hat, vermute ich, wird der gedacht haben: “Meine Güte! Die Scheinwerfer sehe voll geilokrasso aus, wenn die so den Nebel beleuchten.” Weil er das alles ganz alleine gemacht hat, kommt er sich dann vor wie unser Mann im All und stellt fest dass es gut ist. Weil er nicht so helle ist wie seine Lampen, stellt der dann den Gedankengang ein, bei dem er geklärt hätte, wie das ganze mit der Band auf der Bühne aussieht. Und aufgrund seiner egozentrischen Ader kommt er auch von Grund auf gar nicht zu der Idee, dass seine fantastischen Lampen irgendetwas tun könnten was über ihren Selbstzweck des Leuchtens hinausgeht.
Rotersand ist mit diesem Problem nicht alleine. Zum Beispiel Comichrist habe ich auch mal unter ähnlich suboptimalen Bedingungen gesehen. Da wurde in der Kufa fröhlich das Publikum beleuchtet. Zu dumm, dass diese Leute dazu tendieren zur Bühne zu schauen anstatt sich gegenseitig zu beglotzen.
Daher will ich hier mit einem Appell enden: Liebe Beleuchter, beleuchtet eure Bands. Andere können das auch. Zum Beispiel hier: De/Vision. Der Mann hat einen merkwürdigen Kopf, aber wenigstens sieht man ihn. VNV-Nation beugt vor: Ronan Harris ist durch modernste Lichttechnik sogar sichtbar! Menschen bezahlen Geld um die zu sehen und für die kommen euren Lampen erst an zweiter Stelle. Beleuchtet die Band, nicht euer Ego.
Nine Inch Nails ist unabhängig.
von jl am Oct.09, 2007, unter Kunst, Musik, Politik
Trent Reznor ist sicherlich ein kluger Mann. Das zeigt er, indem er neue Wege geht, nicht nur mit der ungewöhnlichen Kampagne zu seinem Album Year Zero und seiner offensichtlichen und öffentlichen politischen Orientierung, die er über dieses Werk geschickt projiziert. Auch vertrieblich denkt er anders. Anstatt sich abzuschotten und sein Werk gegen “Piraterie” zu schützen gibt er Remix-Kits seiner neuesten Songs frei. Er hinterfragt auch das in letzter Zeit eher kontraproduktive Verhalten seiner Vertreter und tut letztlich etwas wozu anderen der Mut oder die Klugheit fehlt: Er trennt sich von ihnen. Nach Abmahungen des Labels an Fans die sich am Year Zero ARG beteiligen, nach der absurden Preispolitik Universals, das letzte Album im europäischen und asiatischen Markt 3-6€ teurer zu verkaufen als andere Releases, begann Reznor mit weiteren Unmöglichkeiten. Bei einem Konzert in Australien, wo Year Zero für unfassbare 22€ in den Handel kam, rief er die Besucher auf diese Preise nicht zu akzeptieren und sein Album zu stehlen. Der unerträgliche Single Release “Survivalism” der auf absurdeste Weise (Tracklistings beachten!) auf 2 Single CDs, die einzeln zu erwerben sind, zerteilt wurde, dokumentiert den Umgang des Labels mit seinen Stammkunden, den Fans: Diese Leute sollen jeden Mist zu jedem Preis kaufen. Heute zog Reznor schließlich Konsequenzen und erschütterte mit folgendem Post auf nin.com:
“Hello everyone. I’ve waited a LONG time to be able to make the
following announcement: as of right now Nine Inch Nails is a totally
free agent, free of any recording contract with any label. I have
been under recording contracts for 18 years and have watched the
business radically mutate from one thing to something inherently very
different and it gives me great pleasure to be able to finally have a
direct relationship with the audience as I see fit and appropriate.
Look for some announcements in the near future regarding 2008.
Exciting times, indeed.posted by Trent Reznor at 10:45 AM.”
Ob das klug ist, fragt sich da mancher. Ich glaube, das ist es in der Tat. Reznor braucht nicht länger den Dinosaurierhaften Vertriebskanal eines Majors um Musik zu verkaufen. Er braucht nicht deren Rechtsabteilungen um sein Werk zu schützen. Anstatt sich zu verstecken, umarmte er seine wichtigsten Stakeholder, nämlich seine Konsumenten, Anhänger und Fans und gab ihnen einfach was sie wollten. Und genau daher braucht er weder die Vertriebskanäle noch die Werbung, nicht einmal die Vorschüsse die ihm Universal geben könnte, denn er verfügt über eine lebendige Community, an die er sein Werk direkt verkaufen könnte, die, mehr noch, seine künstlerische und politische Vision unterstützt und massives Feedback gibt. Ich hoffe diese Entwicklung Schule macht und sich die große Fische im Markt endlich Gedanken machen müssen wie man seine Kunden zufrieden stellt, anstatt neue Technologien zu entwickeln um tote Pferde zu reiten.
So, jetzt kommen die Fotos.
von jl am Aug.31, 2007, unter Festival, Konzerte, Musik, foto
Es hat mal wieder etwas länger gedauert als geplant. Aber immerhin, hier kommt der erste große Schwung Bilder vom diesjährigen, fabelhaften, M’era Luna ins Scherbenreich. Mehr davon gibt es noch im Sonic Seducer M’era Luna Special 2007 zu sehen. Dort dann auch vom großartigen Herrn Sackmann und von der elektrisierenden Frau Hüning. Liebe Grüße an Euch und an die Elite vom Platz. Gastro bedeutet Freibier.
Wer Bilder von Tool sucht: Wir haben welche aber posten keine. Eine debile Schrankwand drohte Jana auf dem Platz mit der Zerstörung ihrer Ausrüstung wenn sie nicht aufhöre Fotos zu machen. Eine Spitzenleistung. In der Tat setzte die Band ein geländeweites Fotoverbot mit eigenen überaus unfreundlichen Sicherheits(?)-Leuten durch. Aber keine Sorge. Wer es nicht gesehen hat: Abgesehen von psychedelischen Videoanimationen lieferten Tool gepflegte Langeweile und sahen dabei ziemlich bieder aus. Der heimliche Headliner mit der doppelten Menge Zuschauer war And One. Also: Qualitätswerkzeug gibt’s bei Hornbach, nicht beim M’era Luna.
Wir haben ziemlich viele schöne Sachen gesehen. Die Ketchupeuter des letzten Jahres waren wieder da, ob das Lineup vergleichbar war, bleibt insbesondere durch Deplatzierungen wie Tool die zu grotesken Bedingungen spielen zweifelhaft. Unsere Lakaien haben wie erwähnt die Herausforderung gemeistert und einen brauchbaren Auftritt hinbekommen, Altmeister wie Jean Luc DeMeyer oder Nivek Ogre sehen noch immer nicht alt aus und eine Menge junger Musiker zeigten dass sie sich nicht hinter ihren Vorgängern verstecken müssen. Zum Beispiel die beiden eindeutig noch verflixt jungen Burschen Von Necro Facility, deren Sound so unfassbar Vancouver war, dass ich mich nur noch wunderte.
Suicide Commando, nach 20 Jahren noch immer nicht tot, brachte es hingegen zur geschmacklichen entlgeisung schlechthin: Wenn man keine Ahnung hat wie man noch irgendwo jemanden provozieren kann, eine gar nichts mehr einfällt und einem alles egal ist, zeigt man tote Auschwitz Juden auf einer großen Videoleinwand. Bei derart dümmlicher Dreistigkeit fällt mir nichts mehr ein. Einfallsreich war hingegen die junge Frau Autmumn, denn die Praxis wärend eine Live Performance permanent Tee aus zu kleinen Tassen zu trinken ist fabelhaft skurril.
Schön oder skurril oder beides war auch wieder das Festivalpublikum. Wir finden es cool mehr Cybergothics gesehen zu haben denen es nicht peinlich war wundervollen Kreaturen wie Spongebob einem Platz auf dem Gelände zu geben. Groß war auch die Freude festzustellen dass es ausgerechnet dies waren die bei der Loveparade die definitiv coolsten Outfits getragen haben. Fabelhafte Sache. Große Freude.
Die Idee mit einem Wohnmobil zu fahren hat sich als Vorteil schlechthin erwiesen. Man schläft nicht nur bequemer ohne weiter weg zu sein, man muss auch auf keinen zivilisatorischen Luxus verzichten und dazu nicht einmal irgendwas auf- oder abbauen. Wir wissen nun: Wohnmobile sind das das Mittel der Wahl um zu Reisen. Nun was bleibt zu sagen? Abgesehen davon, dass wir in Straftanz in Utrecht verpasst haben erwies sich die Entscheidung zum Luna zu fahren wegen der guten Stimmung, des guten Wetters und der netten Leute als absolut richtig.
Wir freuen uns auf das Special des Sonic Seducers und dann etwas später, gibts noch einen kleinen Nachschub an Fotos hier. Wir bedanken uns für die Strapazen und verbleiben mit einem Link zur Galerie:
Heimwärts.
von jl am Aug.14, 2007, unter Festival
Das Mera Luna in diesem Jahr war erneut ein überaus erfreuliches Ereignis. Unsere Unterkunft war Dank des großartigen Wohnmobils, dass uns die die Bochumer Fahrzeugtechnik am Harpener Feld in Bochum zu Verfügung gestellt hat ein Gipfel der Bequemlichkeit. Die Möglichkeit, direkt am Gelände ein sauberes Bett, eine Küche und ein eigenes Bett zu haben, ist schlicht und ergreifend himmlisch. Die Zusammenarbeit mit dem fantastischem Feldteam des Sonic Seducers war eine Freude. Wir haben erneut eine Reihe sehr angenehmer Menschen kennengelernt und hoffen hier und da bereits jetzt auf ein baldiges Wiedersehen. Obwohl ich persönlich zu Anfang erhebliche Zweifel am Line-Up hatte, gab es für mich, abgesehen von den Headlinern, wirklich wenig zu meckern. Jana und ich konnten eine große Menge schöner Eindrücke aufnehmen. Im Laufe dieser Wochen werden wir unserem ganz persönlichen Festivalnachbericht hier einbringen, mit allen Details, vielen Bildern und herzlichen Grüßen.
“Mehr Bluna trinken!”
von jl am Aug.10, 2007, unter Festival, Musik
Mein lieben Cremeschnittchen, an diesem Wochende fahren wir zum Mera Luna Festival nach Hildesheim, weil es letztes Jahr soviel Spaß gemacht hat dort rumzugammeln. Und das obwohl wir das Summerdarkness Festival in den Niederlanden auch empfehlen könnten, weil dort nämlich die fabelhaften Erfinder des Industrial Streefight Dance (ISD, das erste Musikstilakronym mit “I” an dem nichts intelligent ist.) ihren ersten grandiosen Liveact zelebrieren werden. Ich könnte weinen diesen unsterblichen historischen Zeitpunkt zu verpassen. Naja, nicht ganz. Nichtsdestotrotz werde ich beim Mera Luna spannendes beobachten. Zum Beispiel werde ich mit großer Neugier verfolgen, wie der Veranstalter ein ganzes Symphonieorchester binnen 30 Minuten auf die Bühne jagen lässt und nach einen Soundcheck und 65 Minuten Spielzeit wieder verabschieden wird, damit direkt danach der Headliner auftreten kann. Das ist Rekordverdächtig und erscheint unmöglich, doch traue ich dem famosen Ernst Horn wirklich viel zu und glaube an ein großartiges Deine Lakaien Konzert.
Da in Hildesheim, auch im Gegensatz zu Leipzig während des WGT, sicherlich weniger braunes Pack unterwegs ist und gottlob niemand eine Straßenbahn braucht, die debile Linke dazu nötigt, an Glasscheiben Penetrationstests mit Backsteinen durchzuführen, erhoffe ich mir ein entspanntes und nettes Fest. Natürlich wird Jana mit großartigen Lichtbildern protzen und wir werden eine Menge Spaß haben. Am Montag schreibe mehr dazu.
